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Reisebericht: Bali – Frühstück auf dem Vulkan

Autorin: Stephanie Behrens

Bali – Insel der Götter! Beschreibungen wie diese liest man oft und denkt sich: Ja, ist bestimmt schön dort, aber das ist es auch anderorts. Dennoch ist Bali für mich bis dato eine der schönsten und aufregendsten Urlaubsorte. Nicht nur die Natur ist durch die beiden aktiven Vulkane, den Dschungel und die Korallenriffe vielfältig und wunderschön, sondern auch die Menschen, die dort leben und arbeiten. Denn im Gegensatz zu beispielsweise Thailand werden hier Touristen noch herzlich behandelt.

Bratan Vulkan
Bratan Vulkan

Wir sind insgesamt drei Wochen selbstorganisiert über die Insel und die Gillies gereist und ich würde diesen Trip jederzeit wiederholen. Angefangen im quirligen Süden in Sanur, über den Dschungel in Ubud, den kleinen Vulkan hoch an die Küste zum Schnorcheln im Nationalpark Menjangang, wieder zurück ins lebendige Kuta und schlussendlich rüber auf die Gilli Inseln. Wir haben in so kurzer Zeit selten so viel erlebt und sowohl Positives als auch Negatives gesehen.

Indonesien ist längst kein Geheimtipp mehr für Aussteiger und Yoga-Anhänger, sondern in der Zeit von Billigflugangeboten rund um die Welt, leider auch ein Ort für den Massentourismus geworden. Die Unterkünfte sind oftmals lachhaft günstig und trotzdem großartig, ebenso das Essen und die Transportkosten. Durch die inzwischen günstigen Flüge kosten zwei Wochen Bali nun nicht viel mehr als eine Woche Ostsee in der Hochsaison. Unsere teuerste Unterkunft hat 25€ pro Nacht gekostet (inklusive Frühstück) und die günstigste gerade mal etwas über 5€, inklusive Frühstück auf der eigenen Terrasse. Somit bleibt noch viel Geld für Aktivitäten übrig und davon gibt es dort reichlich.

Einen aktiven Vulkan zu besteigen gehört für den einen oder anderen vielleicht auch auf die „Muss-ich-einmal-im-Leben-gemacht-haben“-Liste und auf Bali ist genau das möglich. Die Insel hat gleich zwei Vulkane zu bieten: Bratan (der kleinere) und Batur (der größere) und beide können mit Hilfe von Guides erkundet werden.

Batur Vulkan
Batur Vulkan

 

Nach kurzer Internetrecherche fanden wir eine Sonnenaufgangstour inklusive auf dem Vulkan gebratenem Spiegelei und Blick auf den größeren Vulkan Batur. Das hörte sich toll an! Normalerweise werden die Touristen um zwei Uhr nachts in ihren Hotels in Ubud abgeholt und zwei Stunden bis zum Fuße des Vulkans gekarrt. Das wollte ich uns ersparen und suchte nach einem Hotel direkt am Fuße des Vulkans. Dadurch wurde unser Trip einzigartig.

Unterkünfte in dieser Region gab es zu dieser Zeit nur zwei und eine davon war bereits ausgebucht. Da fiel die Wahl leicht und immerhin hatten wir so ein Himmelbett und ringsum Panoramafenster (Ein Zimmer mit Panoramafenster ist nicht empfehlenswert, denn jeder kann reinschauen.). Das Hotel bot sogar einen Abholservice vom vorherigen Hotel an und so mussten wir uns nicht einmal um den Transport kümmern. Alle Fahrer, die wir auf Bali hatten, boten an, beliebig oft auf der Strecke zu halten und Tourguide zu spielen, man musste nur Bescheid geben. So konnten wir an einer Kaffeeplantage halten und kamen dort in den Genuss fünf verschiedene balinesische Kaffeespezialitäten und leckere gebackene Minibananen zu probieren.

Kaffeesorten
Kaffeesorten

 

Gebackene Minibananen
Gebackene Minibananen

Dabei entdeckten wir zwei Fleckenmusangs. Wem das nichts sagt, dem sagt der Begriff „Katzenkaffee“ vielleicht etwas mehr. Fleckenmusangs sind die kleinen, niedlichen Tierchen die diesen Kaffee „produzieren“.

Fleckenmusang
Fleckenmusang

Vom Hotel aus haben wir anschließend die Gegend etwas erkundet und man konnte schnell erkennen, dass dort eher selten Touristen herumlaufen. Alles wirkte angenehm verschlafen und ruhig (mal von den Hühnern abgesehen) und sehr einfach.

Die Verständigung mit Einwohnern ging eher mit Händen und Füßen vonstatten und die eine oder andere vermeintliche Leckerei, welche wir an einem Kiosk erstanden hatten, war wahrscheinlich eigentlich Hühnerfutter. Wir fanden tatsächlich ein Restaurant, obwohl ich mir da bis heute nicht sicher bin ob es sich dabei tatsächlich um ein Restaurant handelte oder wir doch einfach bei einer Familie privat gegessen haben. Jedenfalls habe ich dort die besten Bananen-Pancakes meines Lebens gegessen und das für etwa 25 Cent!

Auf dem Rückweg zum Hotel merkten wir, wie abseits der Touristenpfade wir doch waren. Von einer Gruppe Jugendlicher wurden wir angesprochen ob sie ein Foto von uns machen können, denn sie hätten noch nie einen Europäer zu Gesicht bekommen! Wir haben wahrscheinlich geguckt wie zwei Autos.

Nachts um 4:30 ging es dann los zur Vulkanbesteigung. Hier ein paar Hinweise: Auch auf Bali kann es kalt sein und man sollte mehr als 0,5 Liter Wasser für eine zweistündige bergauf Wanderung mitnehmen und vorher trotz der Uhrzeit etwas essen. Wer all das berücksichtigt, kann die Stirnlampe zurechtrücken und den Aufstieg genießen. Für alle anderen wird es sehr, sehr anstrengend. Der Sonnenaufgang über dem Vulkan entschädigt jedoch für alles und das Bananensandwich (es gab leider doch kein Spiegelei) schmeckt dann gleich doppelt lecker.

Sonnenaufgang
Sonnenaufgang

Die Möglichkeit morgens um 6:30 auf einem Vulkan zu frühstücken, mit einem Ausblick auf einen weiteren Vulkan und dabei von der langsam aufgehenden Sonne gewärmt zu werden, hat man wohl nur auf Bali....

Ich wünsche dir viel Spaß bei deinem Aufenthalt auf Bali.

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