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Reisebericht Sardinien – die italienische Mittelmeer-Insel

Sardinien habe ich inzwischen schon zwei Mal besucht. Die italienische Mittelmeer-Insel südlich von Korsika bietet einfach alles, was mein Fotografenherz so liebt: weiße Sandstrände wie in der Karibik, malerische Städtchen, von Wind und Wellen gezeichnete Felsformationen, grüne Pinienwälder, die zum Wandern einladen, und eine serpentinenreiche Gebirgslandschaft.

Von Deutschland aus sind es nicht mal drei Stunden Flug bis nach Olbia im Nordosten der Insel oder bis nach Cagliari, der Hauptstadt Sardiniens. Die heißen Sommermonate Juli und August sollte man möglichst meiden, da während dieser Zeit auch die Italiener ihre Ferien genießen und die Strände recht voll sind. Am besten erkundet man die Insel auf eigene Faust. Ich war mit einem Mietwagen unterwegs, wodurch ich flexibel von A nach B reisen und so lange an schönen Orten bleiben konnte, wie ich wollte.

Der Süden – rund um Cagliari

In Cagliari gibt es viel zu entdecken. Ein Teil der Stadt thront auf einem Hügel und ist von einer mittelalterlichen Mauer umgeben. Hier findet man Museen und zahlreiche architektonische Hingucker. Am Hafen liegt die schachbrettartige Altstadt mit Geschäften, Bars und Restaurants. Aber auch Naturliebhaber kommen auf ihre Kosten: in den Lagunen-Seen des städtischen Molentargius-Parks können Flamingos beobachtet werden. Sardinien gilt als wahres Paradies für Flamingos und andere Zugvögel. Den Park habe ich per Fahrrad erkundet, da die Wege doch recht weit sind.

Reisebericht Sardinien Flamingos bei Cagliari

Weiter ging es Richtung Süden entlang der Strada Statale 195 – dort liegen traumhafte Badestrände zum Beispiel nahe Pula und Chia, aber auch archäologische Ausgrabungsstätten wie die Ruinen von Nora.

Der Westen – weite Dünenlandschaften und bunte Häuser

Die Westküste Sardiniens ist teilweise dünn besiedelt. Doch hier wartet ein besonderes landschaftliches Highlight: die Dünen von Piscinas. Schon die Anfahrt ist ein Abenteuer für sich. Eine holprige Sandpiste führt durch die Wildnis; vorbei an einem verlassenen Bergwerk. Auch zwei Bäche musste ich überqueren, die je nach Jahreszeit mehr oder weniger Wasser führen. Am Ende wird man dann mit einem imposanten Anblick belohnt - goldene Sandberge erstrecken sich, so weit das Auge reicht, ins Landesinnere, während das Mittelmeer gewaltige Wellen an den rund sieben Kilometer langen Strand von Piscinas spült. Selbst im Hochsommer findet man hier ein einsames Plätzchen.

Reisebericht Sardinien Dune di Piscinas

Meine weitere Reise führte mich zum Torre di San Giovanni. Für eine Wanderung rund um den markanten Sarazenerturm auf der Halbinsel von San Giovanni di Sinis sollte man etwas Zeit mitbringen. Viele dieser „torri“ genannten Wachtürme zieren die Küsten Sardiniens. Sie sind bis zu 17 m hoch und wurden zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert errichtet.

Reisebericht Sardinien Torre di San Giovanni

Wer der Strada Statale 292 Richtung Norden folgt, sollte unbedingt einen Abstecher nach Bosa machen. Nach einigen Serpentinen durch die schroffen Berge entdeckt man ein buntes Häusermeer auf der anderen Seite des Tals. Mein absoluter Lieblingsort auf Sardinien. Was für ein Anblick in der Nachmittagssonne! Blau, orange, lila und Co. reihen sich eng aneinander. In die Stadt selbst gelangt man über eine einspurige Brücke, auf der immer viel Verkehr herrscht. Doch die Gassen von Bosa sind schön ruhig und schattig. Man muss nur aufpassen, dass man sich nicht verläuft 😉

Reisebericht Sardinien Bosa

Der Norden – Felsformationen und smaragdgrünes Wasser

Danach ging es für mich weiter an die Nordküste. Nächstes Ziel: Castelsardo – die Stadt, die sich aus dem Meer erhebt – so stand es in meinem Reiseführer. Und tatsächlich, der kleine Küstenort ist zwar sehr touristisch, aber auch äußerst imposant. Die Häuser scheinen förmlich an dem Felsen zu kleben. Hoch oben thront die aus Lavasteinen erbaute Festungsanlage, die man besichtigen kann und von der aus man einen tollen Blick auf die Bucht hat.

Reisebericht Sardinien Castelsardo

Tipp: Unbedingt über Nacht bleiben. Abends ist die Festung wunderschön beleuchtet und gibt ein tolles Fotomotiv ab. In den Restaurants entlang der Bucht kann man übrigens leckeren lokalen Fisch essen.

An einem der nördlichsten Zipfel Sardiniens, in der Region Gallura, erstreckt sich eine Landzunge mit bizarren Felsformationen – Capo Testa. Hier klettert man über kleine und große, weiße Granitbrocken, die der Wind zu wabenartigen Strukturen und glatten, runden Gebilden geformt hat. Es gibt ein paar Wanderwege, wie den hinauf zum Leuchtturm von Capo Testa, doch teilweise muss man sich seinen Weg über die Steine selbst suchen und oft es geht steil hinab. Deswegen ist festes Schuhwerk ein Muss. In einigen Buchten kann man auch baden. Ich habe hier wie viele andere Urlauber den Sonnenuntergang genossen. Das Gelände ist sehr weitläufig, sodass jeder ein eigenes Plätzchen zum „Sundowner“ findet.

 

Apropos bizarre Felsformationen – ebenfalls im Norden Sardiniens findet man den Felsen Capo d’ Orso, der ebenso zerklüftet ist und von Weitem aussieht wie ein Bär. Er „steht“ auf einer kleinen Anhöhe. Nach einem 10-minütigen Fußmarsch kann man den steinigen Bauch des Bären bestaunen und hat von hier oben zugleich eine fantastische Aussicht auf die Costa Smeralda mit ihrem smaragdfarbenen Meer und den kleinen Hafenort Palau.

Der Osten und das Landesinnere von Sardinien

Vom Bärenfelsen aus ging es für mich an Olbia vorbei Richtung Ostküste nach San Teodoro. Dort erstreckt sich der rund fünf Kilometer lange Sandstrand La Cinta, der das seichte klare Meerwasser auf der einen Seite vom Binnensee Stagno di San Teodoro trennt, in dem zahlreiche Flamingos leben.

Reisebericht Sardinien Bärenfelsen

Ein echter Geheimtipp auf dem weiteren Weg die Ostküste entlang ist, wie ich finde, der Pinienwald am Ende des Strands von Budoni. Unter den schattigen Bäumen kann man „Waldbaden“ und mit Blick aufs Meer picknicken.

Reisebericht Sardinien Pinienwald Budoni

Danach führte mich meine Route ins Landesinnere durch das Supramonte-Gebirge – ein Mekka für Motorradfahrer. Mit ihren engen Serpentinen und dem grandiosen Bergpanorama war die Strecke auch für mich ein echtes Highlight. Von der alten Passstation Genna Silana aus wanderte ich zur Schlucht Gola di Gorropu. Mit bis zu 450 Meter hohen Felswänden ist sie eine der tiefsten Schluchten Europas. Und das spürte ich auch bei der Wanderung hinab: etwa 800 Höhenmeter, 5 Kilometer und 2 Stunden später stand ich am Eingang der gigantischen Schlucht. Man sollte fit sein, gutes Schuhwerk tragen und ausreichend Zeit für den Rückweg einplanen – aber es lohnt sich!

Reisebericht Sardinien Wanderung zur Schlucht Gola di Gorropu

Aller guten Dinge sind drei

Die Wanderung zur Schlucht war der letzte Höhepunkt meiner Reise, doch es gibt noch viel mehr auf Sardinien zu entdecken: das Insel-Archipel Maddalena, die blauen Grotten an der Ostküste oder die spanisch angehauchte Stadt Alghero. Deshalb werde ich schon bald die nächste Reise hierher planen. Ihr auch?

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Ich wünsche dir viel Spaß bei deiner Reise nach Sardinien!


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