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Reisebericht: Vancouver – die Stadt, die alles zu bieten hat?

Autorin: Tessa Oehmke

Letzten Sommer haben wir einen Roadtrip an der Westküste Nordamerikas gemacht und ein wichtiges Ziel war natürlich Vancouver. Wir wurden zuvor schon vorgewarnt, dass die Stadt toll ist und dies hat sich schnell bewahrheitet.

Vancouver Skyline
Vancouver Skyline

Unsere Unterkunft befand sich im Norden von Vancouver. So sind wir bereits am ersten Tag mit dem Bus durch den Stanley Park über die Lions Gate Bridge gefahren und hatten somit schon einen kleinen Einblick in die Natur der Metropole.

Als wir an der Bushaltestelle in der Nähe unserer Unterkunft ankamen und mit unseren Koffern zu der Adresse liefen, fiel unser Blick schnell auf ein Schild "Caution! Bear in Area". Wir befanden uns in einer Wohngegend mit vielen, schönen Familienhäusern und der Natur in unmittelbarer Nähe. Die Vorstellung, dass ein Bär auf der Suche nach Essen den Berg herunter spaziert kommt, ist somit nicht ganz abwegig. Etwas ängstlich, aber dennoch gespannt liefen wir weiter Richtung Unterkunft.

Unseren Jetlag konnten wir relativ zügig mit der ersten Nacht begleichen und so waren wir am zweiten Tag fit, um die Stadt näher kennenzulernen. Unser erstes Ziel stach uns bereits am ersten Tag ins Auge: Der Stanley Park.

Eines muss ich noch zwischenweg erwähnen - die Kanadier sind wirklich ein freundliches Volk! Auf dem Weg zum Stanley Park mussten wir wieder den Bus nehmen, doch dieses Mal gab es keine Automaten für die Fahrscheine - weder an der Bushaltestelle noch im Bus selbst. Die Bezahlung mit der Visakarte war somit nicht möglich. Der Busfahrer fragte, wo wir denn hin müssen und hat uns auch ohne Ticket mitgenommen. Das war wirklich sehr nett und ist in Deutschland eher undenkbar.

An der Kreuzung zum Stanley Park angekommen, fiel uns schnell auf, dass viele Leute mit dem Fahrrad unterwegs waren. Direkt an der Ecke gab es einen gut besuchten Fahrradverleih. Auch wenn es so aussah, dass viele Leute den Stanley Park lieber auf zwei Rädern erkunden, entschieden wir uns dennoch dafür direkt loszulaufen. Der Weg ist wirklich schön, direkt am Wasser und man hat einen Blick auf die Skyline der Stadt.

Nachdem wir dann vom Stanley Park auch den Blick auf die Lions Gate Bridge genossen hatten, entschieden wir uns mehr Richtung Zentrum zu laufen. Wenn man aus dem Norden in die Stadt läuft, befindet man sich erstmal in Downtown. Vorwiegend begegnet man moderner Architektur gepaart mit Bäumen und grünen Anlagen. Geht man etwas weiter, landet man irgendwann in Gastown.

Gastown
Gastown

Das ist ziemlich faszinierend, weil man von der Natur rein in die laute Stadt läuft und dann in dem ältesten Viertel von Vancouver landet, das immer noch aus kopfsteingepflasterten Straßen und eher kleinen Häuschen besteht. Gastown ist auf jeden Fall einen Besuch wert und einer meiner Lieblingsorte in Vancouver.

Ein weiteres tolles Viertel, das wir an dem Tag entdeckt haben, war Davie Village. Hier hat die LGBT-Szene ihr zu Hause gefunden. Überall sieht man Regenbogenflaggen und an der Davie Street, Ecke Bute Street gibt es dann auch vier Regenbogen-Zebrastreifen. Ich finde es toll, wenn eine Stadt so offen und tolerant ist und dies auch nach außen hin zeigt.

LGBT Village
LGBT Village

Am dritten Tag haben wir etwas ganz Besonderes erlebt: Wir waren das erste Mal in einem Regenwald. Überraschung! Vancouver hat noch mehr zu bieten und zwar den Capilano Suspension Bridge Park.

Capilano Suspension Bridge Park
Capilano Suspension Bridge Park

Wir hatten uns scheinbar genau den richtigen Tag ausgesucht, denn es schien mal keine Sonne, aber wie die Dame am Eingang meinte "Es muss ja auch regnen, wenn man in den Regenwald geht." Und auch trotz Regen, war der Park wirklich gut besucht.

Als wir die Capilano Suspension Bridge dann vor uns sahen, überkam uns doch die Höhenangst. Aber was tut man nicht alles, um den ganzen Park zu erkunden. Also sind wir rüber spaziert - das war eine ganz schön wackelige Angelegenheit. Am Anfang empfand ich es noch als lustig, dass die Leute breitbeinig über die Brücke liefen. Als ich dann selbst in der Position war, fiel mir auf, dass man gar keine andere Wahl hat, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.

Capilano Suspension Bridge
Capilano Suspension Bridgerrem

Neben der Capilano Suspension Bridge gibt es noch das Treetops Adventure, bei dem man über kleine Hängebrücken zwischen Bäumen läuft, sowie den Cliffwalk, der genauso schwindelerregend wie die Brücke selbst ist.

Capilano Suspension Bridge Treetops
Capilano Suspension Bridge Treetops

Bevor man wieder über die Brücke zurück zum Ausgang läuft, kann man sich an einer kleinen Hütte auch noch einen Kaffee, einen leckeren Tee oder eine heiße Schokolade gönnen. Trotz meiner Höhenangst gehört auch der Capilano Suspension Bridge Park zu meinen Lieblingsorten in Vancouver.

Eine Sache, die Vancouver noch reizvoll macht, ist die Tatsache, dass man innerhalb von 8 Stunden in den Rocky Mountains ist. Klar gehören die Rocky Mountains nicht zu Vancouver, aber es ist doch ein Pluspunkt, dass man bei den Weiten Kanadas relativ schnell dort ist. Das war auch ein Grund, weshalb wir uns für 3 Tage auf einen Roadtrip begeben haben.

Mit so wenig Fahrerfahrungen in Kanada, mussten wir aber leider die Erfahrung machen, dass wir kurz vor dem Ziel keine Tankstelle mehr gefunden haben und somit mitten im Glacier National Park liegen geblieben sind.

Glacier National Park
Glacier National Park

Ich empfehle, immer auf die Schilder zu achten, die darauf hindeuten, wann die nächste Tankstelle kommt. In unserem Fall kam nach der letzten Tankstelle erst nach 150km eine weitere und ca. 40km vor dem Ziel hatten wir keinen Sprit mehr. Erleichternd war, dass wir nicht die Einzigen waren, denen das je passiert ist, denn es gibt in Kanada eine Notfallnummer, die man anrufen kann. Dann kommt in den nächsten 1-2 Stunden jemand, um einen mit Sprit zu versorgen. Das kleine Vermögen, das man dafür zahlt, erläutere ich mal nicht näher - wir waren aber einfach nur froh, dass wir die Nacht nicht draußen verbringen mussten.

Der nächste Tag hingegen hat einen meiner größten Träume verwirklicht: ein Besuch am Lake Louise sowie Moraine Lake. Es ist einfach atemberaubend, an den beiden Seen entlang zu spazieren, das türkise Wasser zu betrachten und die frische Luft zu genießen. Auch hier sind natürlich viele Leute unterwegs, aber man hat dennoch Glück, ein Einzelfoto zu bekommen, ohne dass Leute im Hintergrund zu sehen sind.

Moraine Lake
Moraine Lake

Zurück in Vancouver angekommen, war für uns vor allem noch wichtig, das Science Museum und Granville Island zu sehen. Den Blick auf das Science Museum konnten wir aufgrund des Regens leider nicht wirklich genießen, umso besser bietete sich der Besuch auf Granville Island an, da es dort größtenteils überdacht ist.

Als erstes fielen uns dort die Braueier "Granville Island Brewing" auf und da wir einen kleinen Hunger verspürten, gingen wir auch direkt hinein. Es gab Burger gepaart mit einem Probierset von 10 Biersorten. Wir hatten sowas zuvor noch nie gemacht und kamen auf die Idee, den einzelnen Biersorten Namen zu geben, um die Geschmacksrichtungen besser beschreiben zu können. Unter anderem gab es dann Geschmäcker wie Fruity, Hugo, Bacon, Christmas und Creamy. Auch den Rest der Insel haben wir mit Vergnügen entdecken können: es gibt kleine Einkaufsläden, aber auch einen großen Public Market, der alles zu bieten hat - von Obst über Käse und Fleisch bis hin zu leckeren Desserts.

Granville Island war unsere letzte Station, bis es vom kalten Norden an die amerikanische Westcoast nach Los Angeles ging.

Die 7 Tage haben mich eines gelehrt: Vancouver ist wirklich die Stadt, die alles zu bieten hat. Von der atemberaubenden Natur des Regenwaldes oder den nahegelegenen Rocky Mountains, der modernen Architektur der Skyline bis hin zum gemütlichen Vintage- oder LGBT-Viertel, ist für jeden etwas zum Bestaunen dabei.

Ich wünsche dir viel Spaß bei deinem Aufenthalt in Vancouver

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