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Chefchaouen: Die geheimnisvolle blaue Stadt in Marokko

Ein Urlaub in Marokko ist so bunt und vielseitig wie ein Regenbogen – es sei denn, du befindest dich im Chefchaouen, denn dort ist vom Blumentopf bis zur Hausfassade alles in Blau gehüllt. Die Farbe soll den „Bösen Blick“ abwehren und schafft gleichzeitig eine ganz besondere Stimmung. Die Skyline von Chefchaouen gilt als eine der schönsten der Welt. Etwa 35.000 Menschen leben hier. Die Hotels in Chefchaouen bieten sehr günstige Preise an. Mit etwas Glück zahlst du für ein Doppelzimmer nicht mehr als umgerechnet 15 Euro. Warum es sich noch lohnt, nach Chefchaouen zu fahren, verraten wir dir in diesem Beitrag.

  • Chefchaouen Marokko Basar

Ein Rückzugsort aus den belebten Touristenstädten

Wer nach Marokko reist, der wird meistens schon am Flughafen mit Reizen nahezu überflutet. Im Hochsommer kann es brütend heiß werden. Hinzu kommen die vielen Lichter, Farben, Muezzin-Rufe und orientalischen Düfte. Du befindest dich inmitten einer anderen Welt. Das ist atemberaubend und spannend – aber nach ein paar Tagen kann ein Besuch im idyllischen Chefchaouen eine willkommene Auszeit sein. Das Leben hier wird von Traditionen geprägt und die Supermärkte sind zum Teil so klein, dass sich immer nur eine Person darin aufhalten kann. Händler verkaufen in der Altstadt Gewürze und selbstgemachten Schmuck und den Menschen scheinen Themen wie Hektik und Zeitdruck vollkommen fremd zu sein. Viele reisende beschreiben die entspannte und zurückhaltende Stimmung, die sich wie ein Urlaub im Urlaub anfühlt. Mit einem Augenzwinkern munkelt so manch einer, dass die entspannte Stimmung nicht zuletzt auch etwas mit den Cannabis-Plantagen zu tun hat, die um Chefchaouen herumliegen.

Das hat es mit dem „Bösen Blick“ auf sich

Es ist ein alter Volksglaube, dass die Farbe Blau Menschen vor dem sogenannten Bösen Blick schützen kann. Aber was ist der Böse Blick eigentlich? Es handelt sich dabei um einen Volksglauben, der aus dem Orient stammt. Demnach kann ein Mensch, der magische Kräfte besitzt, durch seinen Blick einem anderen Menschen Schaden zufügen. Mittlerweile ist dieser Glaube auf der ganzen Welt verbreitet. Damals wurden oftmals Frauen beschuldigt, Hexenkräfte zu haben und andere allein durch ihren Blick krank zu machen. Sie wurden von der Gesellschaft ausgegrenzt oder – noch schlimmer – in Hexenprozessen verurteilt. Im Iran ging der Glaube sogar so weit, dass alle Frauen nach den Wechseljahren den Bösen Blick innehatten. Im Laufe der Geschichte lebten aber zahlreiche Kulturen und Religionen in Chefchaouen, die auch das architektonische Bild samt der blauen Farbgestaltung prägten. Während der orientalische Glaube der blauen Farbe eine schützende Funktion zusprach, galt Blau im Christentum als Symbol für das Göttliche und den Himmel.

Das schützt dem Glauben nach noch vor dem Bösen Blick:

  • Das Auge der Fatima (häufig in Schmuckstücken zu finden)
  • Hufeisen an den Eingangs- und Stalltüren
  • Rote Bänder an den Händen von Neugeborenen
  • Spiegel an Kleidungsstücken, die den Blick zurückwerfen

Darum siehst du in Chefchaouen so viele uralte Gebäude

Die Stadt Chefchaouen blickt bereits auf eine sehr lange Geschichte zurück. Im Jahr 1471 erbaute der Stadtgründer Ali Ben Moussa Ben Rached El Alami die Moschee El Masjid El Aadam errichten. Er war aus Andalusien dorthin gekommen, so wie viele weitere Muslime, die aus Andalusien vertrieben wurden. In Chefchaouen fanden sie eine neue Heimat. Während es den Christen noch bis zum Jahr 1920 verboten war, diese heilige Stadt zu betreten, durften jüdische Gemeinden dort ihren Glauben praktizieren. Vor allem jüdische Handwerker ließen sich in Chefchaouen nieder, um dort ihre kunstvollen Lederarbeiten herzustellen.

Bis heute sind aus dieser Zeit die vielen verwinkelten Gassen erhalten und sie waren es auch, die die Mauern der Stadt Weiß und Blau strichen. Viele Jahrhunderte lang galt Chefchaouen als heilige Stadt, die sogar bis 1920 für Nicht-Muslime gesperrt war. Aus diesem rund erhielt man ihre historisch gewachsene Architektur aus dem Mittelalter.

Mittendrin in der marokkanischen Kultur

In Chefchaouen bist du genau richtig, wenn du Marokko nicht nur aus touristischer Sicht, sondern auch aus der Perspektive der Einheimischen erleben willst. Hier tragen die Männer noch ihre typischen traditionellen Gewänder und trinken Pfefferminztee in der Medina. Fleisch und Gemüse wird in den Bars in den Tajinen, den marokkanischen Lehmgefäßen serviert.

Achtung: Wenn du in der Zeit des Ramadan nach Chefchaouen kommst, dann wird von Sonnenuntergang an eine Stunde lang kein Essen serviert. Auch Alkohol wird nicht offen serviert, aber du bekommst ein Glas Wein nach einer kurzen Suche auch in einer der Hinterhof-Bars.

So gelangst du am besten nach Chefchaouen

Wenn du die besondere Stimmung dieser kleinen Provinzstadt hautnah erleben möchtest, dann begibst du dich am besten nach Fès. Von dort aus fahren regelmäßig Busse nach Chefchaouen. Es gibt verschiedene Busse, die die etwa 3-stündige Strecke fahren. Bei der preiswerten Variante sitzt du oft mit Einheimischen und – ja manchmal sogar einem Hühnerkäfig in einem ruckelnden Bus. Für ein paar mehr Euro hast du auch die Möglichkeit, in einen komfortablen Bus zu steigen. Allein die Fahrt durch die schöne Landschaft ist ein Erlebnis. Sie führt dich vorbei an Melonenfeldern und Olivenhainen. Chefchaouen liegt in rund 600 Metern Höhe sehr idyllisch am Fuß von der beiden Berge Djebel Kalaa (2050 Meter) und Meggou (2123 Meter) des Rif-Gebirges. Sie werden von den Einheimischen „Die zwei Hörner“ genannt und gaben der Stadt damit ihren Namen.

Auch eine Anreise mit dem Auto ist möglich

Wenn du in Marokko mit einem Leihwagen unterwegs bist, dann erreichst du Chefchaouen über die R412. Vergiss nicht, an einem der vielen Aussichtspunkte Halt zu machen und die ersten Eindrücke der blauen Stadt zu genießen. In Chefchaouen angekommen, wirst du keine Probleme haben, einen Parkplatz zu finden. Wenn du dein Auto irgendwo am Straßenrand abstellst, brauchst du nicht lange zu warten, bis ein Parkplatzwächter hervorkommt und 1,50 Euro Parkgebühr kassiert.

Das solltest du unbedingt in Chefchaouen besichtigen

Place Outa el Hammam

Der Place Outa el Hammam ist der zentrale Platz in Chefchaouen. Dort nehmen die meisten reisenden ihr Frühstück ein, wenn dieses nicht im Hotel inkludiert ist. Rund um den Platz haben sich viele kleine Restaurants, Cafés und Ladengeschäfte niedergelassen. Ansonsten lädt der Platz zum Innehalten ein – vor allem an den frühen Morgen, und den späten Abendstunden.

Die Medina

Im östlichen Teil von Chefchaouen befindet sich die Medina, die historische Altstadt. Dort lässt du dich am besten einfach treiben, spazierst durch die verwinkelten Gassen und lässt die Atmosphäre auf dich wirken. Die Fassaden der Häuser sind meistens bis etwa zur Hälfte blau angemalt – der Rest ist Weiß. Du kannst an den Häusern noch sehr gut die andalusische Vergangenheit ablesen.

Der Souk Chefchaouen

Den Souk findest du direkt am Ortseingang von Chefchaouen. Schon sehr früh am Morgen werden dir dort die ersten Einwohner in traditionellen Gewändern Gewürze, frisches Obst und Gemüse und handgemachte Tontöpfe verkaufen. Während man früher noch häufig von sehr aufdringlichen Haschischverkäufern las, ist ihre Zahl deutlich zurückgegangen.

Grand Moschee in Chefchaouen

Das wohl beeindruckendste Monument in der blauen Stadt Chefchaouen ist die Moschee. Auffällig ist ihr rechteckiges Minarett, das nach dem Minarett der Torre de Oro in Sevilla errichtet wurde. Dieses Minarett wurde im 15. Jahrhundert von dem Sohn des Stadtgründers errichtet. Leider kannst du die Moschee nur betreten, wenn du selbst Moslem bist. Andernfalls ist aber auch ein Blick von außen mehr als lohnenswert.

Die Kashbah in Chefchaouen

Die Kasbah wurde im 17. Jahrhundert von Pascha Ahmed Errifi in Chefchaouen errichtet. Schlendere durch die Gärten im Herzen der Medina. Die Mauern sind mit Türmen versehen, von denen einer als befestigter Hauptturm gilt. Darin ist ein interessantes Volkskundemuseum beherbergt, in dem historische Trachten, Textilien, Instrumente, Waffen und Keramiken ausgestellt sind.

Ein paar Tipps für deinen Besuch in Chefchaouen

Die Straßen in Chefchaouen sind nicht befestigt und bestehen überwiegend aus Schotter. Für deinen Besuch in Chefchaouen solltest du also deine hochhackigen Schuhe im Schrank lassen und auf festes Schuhwerk zurückgreifen. Weil Chefchaouen am Fuße des Gebirges liegt, sind die Straßen teilweise sehr steil und rutschig. Die Stadt ist klein, aber beschaulich. Wenn du auf deiner Marokko-Reise noch mehr vom Land sehen möchtest, dann werden 1 bis 2 Tage in Chefchaouen durchaus ausreichen, um durchzuatmen und das nostalgische Flair des Landes einzuatmen.

Wetter in Chefchaouen

Jan Feb März Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Maximal-Temperatur ° C 15° 16° 18° 20° 23° 28° 32° 32° 28° 24° 18° 16°
Minimal-Temperatur ° C 10° 13° 16° 17° 14° 11°
Sonnenstunden am Tag 6 6 6 6 6 10 11 10 6 5 5 6
Regentage 10 10 9 10 10 4 3 4 7 9 10 11


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