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Reisebericht Mexiko – eine Rundreise in drei Wochen

Autor und Reiseblogger Patrick Hundt von 101places.de nimmt dich im folgenden Reisebericht mit auf eine spannende Reise durch Mexiko.

Reiseblogger Patrick Hundt in Mexiko

An meine Reisen nach Mexiko erinnere ich mich stets gern zurück. Insgesamt drei Monate erkundete ich das nordamerikanische Land, das so abwechslungsreich ist wie kaum ein anderes. Ich entdeckte dort eine Weltstadt mit 20 Millionen Einwohnern, farbenfrohe Kolonialstädte, unzählige Pyramiden und Tempel, hohe Gebirge, tropischen Regenwald und kilometerlange Sandstrände am Atlantik sowie am Pazifik. Manche Landesteile sind modern und von Touristen überlaufen, andere wirken rückständig und sind beinahe unberührt. Auch das Klima unterscheidet sich je nach Region und Höhenlage von tropisch heiß bis kühl. Auf einer einzigen Reise kannst du Mexiko in vielen Facetten kennenlernen.

Auch kulinarisch lohnt eine Reise nach Mexiko. Die Gerichte, die wir aus mexikanischen Restaurants in deutschen Städten kennen, sind von den Originalen inspiriert worden, doch mit echten mexikanischen Speisen haben sie nicht viel gemeinsam. Quesadillas, Tacos, Enchiladas und Co. schmecken vor Ort noch deutlich besser. Die meisten Gerichte bestehen aus den gleichen Zutaten: Tortillas, schwarze Bohnen, Fleisch, Käse, Avocado und ein wenig Gemüse. Auch zum Frühstück bewährt sich dieses Rezept, die Speisen werden jedoch um Eier in vielen Variationen ergänzt (mein Favorit: Huevos Motuleños). Oftmals wird das Essen mit Limetten und pikanten Soßen verfeinert, die zur eigenen Verwendung auf dem Tisch stehen. Folglich muss man nicht scharf essen, kann es aber. Die größte Herausforderung dürfte darin bestehen nicht zu viel von dieser deftigen Kost zu essen, schließlich gelten die Mexikaner noch vor den Amerikanern als das dickste Volk der Welt.

´Essen Mexiko

Eine Reiseroute durch Mexiko für drei Wochen

Mexiko ist in der Fläche fünfmal größer als Deutschland. Deshalb solltest du nicht erwarten, das Land in einem einzigen Urlaub vollständig zu entdecken. Du wirst Prioritäten setzen müssen und vielleicht noch nicht einmal alle wichtigen touristischen Regionen besuchen. Während meiner beiden Reisen nach Mexiko habe ich vor allem drei Regionen kennengelernt: die Umgebung von Mexico City, die Staaten Oaxaca und Chiapas sowie die Halbinsel Yucatán. In diesem Reisebericht empfehle ich eine Route durch diese drei Gebiete, aus denen ich die Rosinen für dich herausgepickt habe. Möchtest du diese Rundreise selbst erleben, wirst du dich allerdings auf vier bis fünf lange Busfahrten einstellen müssen. Die Route beginnt in Mexico City und endet in Cancún, deshalb solltest du entweder einen Gabelflug buchen oder am Ende deiner Reise einen Inlandsflug zurück in die Hauptstadt antreten, bevor du nach Europa fliegst.

1. Station: Mexico City (3 Tage)

Bevor ich zum ersten Mal nach Mexico City flog, wusste ich nicht, was mich erwarten würde. In den Nachrichten hatte ich selten etwas Gutes über diese Stadt gelesen. Was ich jedoch vorfand, war eine moderne Metropole, in der ich mich überraschend wohl fühlte. Bei meinem ersten Besuch wohnte ich im Centro Histórico, der historischen Altstadt. Ein anderes Mal übernachtete ich im Stadtteil Zona Rosa. Beide gefielen mir gut und auch Polanco und Colonia Roma hinterließen einen guten Eindruck. In diesen Bezirken lässt es sich gut leben, es fehlt an nichts, was man als verwöhnter Europäer benötigen könnte. Das Klima in Mexico City empfand ich als angenehm, da die Stadt 2.300 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Deshalb ist es dort nicht so heiß, wie ich es von Mexiko erwartet hatte.

Zentrum von Mexiko City

Ich fuhr vor allem mit der Metro durch die Stadt. Sie ist das effizienteste Verkehrsmittel und zudem preiswert und sicher. Mit Ruhe solltest du bei einer Metrofahrt allerdings nicht rechnen, denn an jeder Station steigen Straßenhändler dazu, die Schraubenzieher, Taschenlampen, Batterien, Nagelpfeilen, Bücher und anderen Krempel vertreiben. Viele von ihnen verkaufen Musik-CDs, die sie bewerben, indem der komplette Waggon laut beschallt wird. Eine Fahrt mit der Metro ist also ein Erlebnis.

Die Metro Mexiko City

Die wichtigste Sehenswürdigkeit Mexico Citys liegt etwa vierzig Kilometer außerhalb der Stadt: Teotihuacán, eine bedeutende historische Ruinenstadt. Auf dem riesigen Gelände stechen vor allem zwei Gebäude heraus: die Sonnen- und die Mondpyramide. Beide kannst du besteigen und beim Aufstieg auf die größere Sonnenpyramide wird dir vermutlich der Atem wegbleiben, denn auch dieses Gelände liegt mehr als 2.000 Meter hoch. Zweimal besuchte ich Teotihuacán und genoss auf den Bauwerken jeweils den Ausblick auf die Umgebung. Nur die Sonne trieb mich schließlich herunter. Auch wenn es die aus meiner Sicht bedeutendste Sehenswürdigkeit der Region ist, war das Gelände nicht überlaufen. Die Anzahl der Touristen und Mexikaner, die Souvenirs verkaufen wollen, hielt sich in Grenzen.

Mexico City Teotihuacan

2. Station: Oaxaca de Juárez (4 Tage)

Von Mexico City ist es eine siebenstündige Busfahrt bis Oaxaca. Falls du einen Tag bzw. eine Übernachtung sparen möchtest, könntest du – wie ich – die Strecke in einem Nachtbus zurücklegen. Dann wirst du Oaxaca in den frühen Morgenstunden erreichen.

Stadt Mexiko Oaxaca

Auf zwei Reisen verteilt, verbrachte ich insgesamt neun Tage in Oaxaca de Juárez, was auf den ersten Blick merkwürdig erscheint, da es in der Stadt bis auf einige Kathedralen, Museen und Kunstgalerien nicht viel zu besichtigen gibt. Mit 260.000 Einwohnern ist Oaxaca auch nicht allzu groß, zumal man sich als Tourist ohnehin nur im Umkreis von einem Kilometer des zentralen Platzes, dem Zócalo, bewegt. Dennoch ist die Altstadt so schön, dass ich es genoss, immer wieder durch die Gassen zu schlendern, vor allem an den Abenden, wenn die Straßen beleuchtet sind. Zwischendurch setzte ich mich in eines der vielen Cafés oder aß in einem der wirklich guten Restaurants. Auch die Temperaturen waren angenehm, denn Oaxaca ist 1.500 Meter hoch gelegen.

Allein fürs Schlendern benötigst du sicher keine vier Tage in der Stadt. Aber im Umland gibt es einiges zu erleben. Ich fuhr zum Beispiel nach Monte Albán, einer historischen Ruinenstadt, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehört. Du kannst Monte Albán im Rahmen einer geführten Tour besuchen oder du reist im Linienbus auf eigene Faust an. Ich entschied mich, eigenständig anzureisen, weil ich so selbst entscheiden konnte, bei welcher Ruine ich die meiste Zeit verbringen würde und wo ich die beste Aussicht genießen konnte. Die alte Stadt ist sehr schön grün und ruhig, deshalb gehört Monte Albán zu meinen liebsten Ruinen in Mexiko.

Oaxaca Monte Alban Stadt in Mexiko

An einem anderen Tag unternahm ich eine Mountainbike-Tour durch das Oaxaca Valley. Für mich allein war die bei Bicicletas Pedro gebuchte Tour mit 50 Euro sehr teuer, doch für zwei oder mehr Teilnehmer wird es günstiger. Der Ausflug mit einem Tour-Guide dauerte dreieinhalb Stunden, was völlig ausreichte, denn unsere Rundfahrt war äußerst anstrengend. Anfangs fuhren wir häufig bergauf und so konnte ich die dünne Luft in dieser Höhenlage nicht schnell genug einatmen. Dennoch wurde ich bei der Tour mehrfach mit wunderbaren Ausblicken und einer schönen Natur belohnt. Außerdem steuerten wir Cuilapan de Guerrero an, ein verlassenes Kloster, das bisher von wenigen Touristen entdeckt worden ist.

Oaxaca Mountainbike

Ein besonderes Erlebnis war mein Besuch in den Pueblos Mancomunados. Das sind Zapoteken-Dörfer in den Bergen nahe Oaxaca, die gemeinsam versuchen Touristen in die Region zu holen. Ich buchte diese Tour bei Sierra Norte in deren Büro im Stadtzentrum. Als einziger Teilnehmer dieses Ausflugs fuhr ich für zwei Tage in das Dorf Llano Grande. Kaum war ich dort, holte mich ein Tour-Guide zu meiner ersten Wanderung ab. Englisch sprach er nicht, sowie auch sonst niemand in diesem Dorf, aber ich kam zurecht. Übernachtet habe ich in einer Steinhütte mit großem Bett und eigenem Kamin.

Oaxaca Pueblos Mancomunados

Unterkunft-Tipp: In Oaxaca wohnte ich im Hostal El Quijote. Die von einer freundlichen Familie geführte Unterkunft liegt nur ein paar Hundert Meter vom Zócalo entfernt. Mein Zimmer verfügte zwar über kein Fenster, aber es war gemütlich und ruhig.

3. Station: Zipolite oder Puerto Escondido (3 Tage)

Von Oaxaca aus geht es weiter an die Pazifikküste. Bei meinem ersten Besuch in Mexiko fuhr ich nach Puerto Escondido, eine Kleinstadt, die bei Surfern beliebt ist und auch darüber hinaus immer touristischer wird. Sie verfügt über einen langen Strand in einer Bucht, die von Strandbars und vielen Unterkünften gesäumt ist. Es war schön dort, aber Jahre später entschied ich mich für Zipolite, einen kleineren Ort, der etwa siebzig Kilometer östlich von Puerto Escondico liegt, und mir noch besser gefiel.

Egal, für welchen dieser beiden Orte du dich entscheidest, die Anreise per Bus von Oaxaca wird etwa zehn Stunden dauern. Zwar ist der kürzeste Weg bis zur Küste nur 250 Kilometer lang, aber in dem unwegsamen Gebirge kommen Busse nur sehr langsam voran. Wer sich die Tagesfahrt sparen möchte, kann abermals einen Nachtbus nehmen. Wenn du nach Zipolite möchtest, fährst du zunächst bis Pochutla und von dort mit einem Collectivo (Sammeltaxi) oder Taxi weiter.

Zipolite ist ein Dorf mit kaum 1.000 Einwohnern. Es liegt direkt am Pazifischen Ozean und zieht sich an einem etwa zwei Kilometer langen goldenen Sandstrand entlang. Da die Wellen hoch und die Strömung kräftig ist, kann man nur eingeschränkt baden. Hier reihen sich vereinzelt Bars und Unterkünfte am Strand entlang. Fast alle Bars, Restaurants und Cabañas sind günstig und darüber hinaus gibt es kaum Möglichkeiten Geld auszugeben, deshalb waren die fünf Tage in Zipolite die billigste Zeit meiner Reise. Ein bisschen Bargeld solltest du dennoch mitbringen, denn einen Geldautomaten gibt es in dem Dorf nicht.

Zipolite Strand in Mexiko

Während meines Aufenthalts habe ich mich nie mehr als ein paar hundert Meter von meiner Unterkunft entfernt. Ich tat nicht mehr, als am Strand zu spazieren, in Hängematten zu faulenzen und dabei kühle Getränke zu verzehren.

Unterkunft-Tipp: Meine Unterkunft trug dazu bei, dass ich den Aufenthalt in Zipolite als etwas Besonderes empfand. Zwar sind die Zimmer im Posada Brisa Marina sehr einfach – manche schreiben: heruntergekommen – aber mit einem Bett, einem Tisch, einem Stuhl, einem Badezimmer und einer Hängematte auf dem Balkon haben sie alles, was ich brauchte. Für 250 Pesos pro Nacht bekam ich zudem ein Zimmer mit Meerblick. Aber Achtung: Was romantisch klingt, kann ohrenbetäubend sein. Man gewöhnt sich an das laute Rauschen des Meeres, aber wer schlecht schläft, sollte Ohrstöpsel verwenden.

Zipolite Posada Brisa Marina

4. Station: San Cristóbal de las Casas (3 Tage)

Von Zipolite aus fuhr ich zurück nach Pochutla und nahm den Nachtbus nach San Cristóbal de las Casas. Diese Fahrt dauert etwa elf Stunden, aber von diesem Teil der Pazifikküste aus liegt jedes Reiseziel weit entfernt. San Cristóbal ist das touristische Zentrum des im Süden Mexikos gelegenen Staates Chiapas. Die Stadt hat nur 160.000 Einwohner und liegt mehr als 2.000 Meter über dem Meeresspiegel. Von allen meinen Zielen innerhalb Mexikos war dieses das kühlste. An den Abenden wurde es sogar ziemlich frisch.

San Cristobal Stadt in Mexiko

San Cristóbal hat viel Ähnlichkeit mit Oaxaca. Die Kolonialstadt ist genauso gemütlich, hat ähnlich schöne Häuser und Gassen, viele Kirchen, gute Restaurants und eine große Auswahl an modernen Cafés. Besonders gut fand ich Cocoliche, Al Grano, Carajillo und Kinoki. Die markanten Bauten in San Cristóbal sind zwei Kirchen, die an unterschiedlichen Enden der Stadt auf zwei Hügeln thronen. Westlich vom Zentrum, hier fühlte ich mich schon wie auf dem Land, liegt die Iglesia de San Cristóbal auf einem grünen Hügel. Im Osten des Stadtzentrums steht die Kirche Guadelupe. Beide dienen als Aussichtspunkte über die Stadt.

San Cristobal Kirche in Mexiko

Auch im Umland gibt es für Reisende etwas zu entdecken. Ein besonderes Ziel ist die Dorfkirche in San Juan Chamula. Zwar habe ich auf meinen Reisen schon mehr als genug Kirchen besucht, aber keine wie diese. Ein Foto kann ich nicht beisteuern, da man im Inneren nicht fotografieren darf, aber die Atmosphäre ist speziell. In der Kirche brennen hunderte Kerzen, überall sitzen Menschen auf dem Boden und beten, andere sind in Familie da und veranstalten ein Picknick. Die Kirche kannst du im Rahmen einer Tour besuchen. Entspannter und billiger ist es allerdings, ein Collectivo nach Chamula zu nehmen. Die Fahrt dauert eine halbe Stunde.

San Cristobal Chamula Mexiko

Unterkunft-Tipp: In San Cristóbal de las Casas übernachtete ich im Hostel Puerta Vieja. Das Einzelzimmer kostete 300 Pesos pro Nacht einschließlich eines sehr guten Frühstücks. An den Abenden wird im Garten ein Lagerfeuer entzündet, zu dem sich die Bewohner einfinden können.

5. Station: Palenque (2 Tage)

Dieses Reiseziel ist das einzige, das ich nicht selbst besucht habe, aber es passt wunderbar in diese Route und es gilt als Highlight in Mexiko. Unterwegs hieß es oft: „Da musst du hin!“ Ich bin von San Cristóbal aus allerdings nach Guatemala gefahren. Da du vermutlich in Mexiko bleiben möchtest, empfehle ich den Trip nach Palenque, der auf halbem Wege nach Yucatán liegt. Mit dem Bus brauchst du etwa fünf Stunden.

Ein befreundeter Reisender erzählte mir damals von Palenque: Demnach liegt diese Ruinenstadt, die ebenfalls Teil des Unesco Weltkulturerbes ist, etwas versteckt im Regenwald. Diese Lage macht es zu etwas ganz Besonderem. Die Anlage sei noch sehr gut erhalten, sagte er mir. Pyramiden gebe es dort zwar nicht, aber dafür einen Palast, mehrere Tempel und etliche kleine Gebäude.

Nach dem Besuch dieser archäologischen Fundstätte fährst du weiter auf die Halbinsel Yucatán.

6. Station: Yucatán-Halbinsel (6 Tage)

Yucatán allein ist vielen Urlaubern eine vollständige Reise wert, deshalb ist es schwer ein oder zwei Orte auszuwählen, wenn dir nur wenige Tage bleiben. Allerdings ist Yucatán, verglichen mit dem Rest Mexikos, so klein, dass du schnell von einem Ort zum nächsten gelangst. Eine der ersten Stationen nach Palenque, die du mit dem Bus erreichen kannst, ist Campeche (etwa fünf Stunden). Diese kleine Stadt ist ganz nett anzusehen, aber wenn die Zeit drängt, solltest du besser gleich bis nach Mérida oder Valladolid fahren. Von dort aus hast du alle Möglichkeiten Yucatán zu erkunden.

Beliebte Reiseziele auf der Halbinsel sind Mérida, Tulúm, Playa del Carmen, Isla Mujeres und natürlich Cancún, wo viele Touristen mit dem Flugzeug aus Europa ankommen. Mittendrin liegen die Pyramiden von Chichén Itzá, die wohl meist besuchte Ruinenstätte Mexikos. Am besten erreicht man sie von Mérida und Valladolid aus. Von allen Ruinen, die ich besucht habe, gefiel mir Chichén Itzá am wenigsten, da sich zu viele Touristen auf dem Gelände befanden, die Straßenhändler sich aneinander drängten und man die abgesperrten Tempel nicht besteigen konnte.

Yucatan Chichen Itza in Mexiko

Um dir die Entscheidung zu erleichtern, wie du die letzten Tage deiner Reise auf Yucatán verbringen könntest, möchte ich dir zwei Orte vorstellen. Hätte ich sechs Tage auf der Halbinsel, würde ich zunächst zwei Tage für Tulúm einplanen. Das Dorf wird durch einen großen Highway in zwei Hälften geteilt. Entlang der Straße befinden sich etliche Shops, Cafés, Restaurants und Unterkünfte. Der Ort selbst ist nicht sehenswert, aber hier kannst du preisgünstig übernachten und dich verpflegen. Der eigentliche Höhepunkt liegt ein paar Kilometer von Tulúm entfernt. Ich lieh mir ein Fahrrad und fuhr zu dem mit Palmen gesäumten weißen Sandstrand und dem türkisblauen Wasser. In den Strandbars ließ ich es mir richtig gut gehen. Auch Hotels gab es dort, jedoch nicht in meiner Preisklasse. Aber Tulúm ist nicht nur für seinen Strand bekannt, sondern für die Pyramiden, die direkt über dem Meer thronen. Die Maya-Ruinen sind zwar vergleichsweise klein, aber sie sind unglaublich schön gelegen.

  • tulum_pyramide
    Tulum Pyramide in Mexiko

Die letzten vier Tage würde ich auf Isla Holbox verbringen, einer Insel, die ich als wahres Paradies empfunden habe. Du erreichst sie, indem du mit dem Bus bis Chiquilá fährst und von dort mit der Fähre übersetzt. Busse fahren von Cancún, Mérida, Valladolid und Tulúm. Auf der Insel befindet sich ein kleines Dorf, in dem du alles fußläufig erreichen kannst. Autos gibt es dort nicht und die Straßen bestehen nur aus Sand. Auf Isla Holbox geht noch alles ganz entspannt zu. Du findest dort kleine Restaurants, Hostels und Resorts, aber keine großen Hotelburgen wie sie ganz in der Nähe in Cancún stehen.

Isla Holbox Strand Mexiko

Die meiste Zeit des Tages verbrachte ich bücherlesend in Hängematten, mit Spaziergängen am Strand und im Hinterland sowie mit Essen. Morgens suchte ich nach Frühstückscafés, aß Huevos Motuleños und trank einen Cappuccino. Später legte ich mich in eine der Hängematten in meiner Unterkunft oder in jene, die am Strand aufgespannt waren. Anschließend schlenderte ich ein wenig durchs Dorf oder sprang ins Wasser, bevor ich in einem Bistro zum Mittagessen eintraf. In dieser Ruhe zogen die Tage ins Land. Das einzig Anstrengende auf Isla Holbox, das will ich nicht verschweigen, waren die Moskitos. Ich brauchte ein starkes Insektenschutzspray, um es in den Morgen- und Abendstunden mit ihnen auszuhalten. Das Insektenspray der Marke Off! kann ich dir nur wärmstens empfehlen.

Isla Holbox Strand Mexiko

Unterkunft-Tipp: Ich übernachtete im Tribu Hostel, das gut einhundert Meter vom Strand entfernt liegt. Es gilt als als eines der besten Hostels auf ganz Yucatán. Ich gönnte mir ein Einzelzimmer, das ziemlich neu aussah und sehr sauber war.#

Am Ende deiner Reise fährst du mit dem Bus nach Cancún und fliegst direkt nach Hause, sofern du einen Gabelflug gebucht hast. Anderenfalls fliegst du zurück nach Mexico City und von dort weiter in Richtung Europa. Einen Aufenthalt in Cancún brauchst du aus meiner Sicht nicht einzuplanen. Bis auf Hotelburgen habe ich dort nichts entdeckt.

Weitere Reisetipps für Mexiko

Zum Abschluss möchte ich dir ein paar Tipps mit auf den Weg geben, die deine Reise durch Mexiko bzw. deine Reiseplanung erleichtern können.

Sicherheit: Meiner Erfahrung nach ist Mexiko sicherer als sein Ruf, wenn man als Reisender in touristischen Regionen bleibt. Mexiko ist natürlich nicht Westeuropa, aber ich habe mich immer sicher gefühlt. Dazu tragen auch die Vorkehrungen der Mexikaner bei: Türen und Fenster sind oftmals vergittert, in den Unterkünften gibt es Alarmanlagen, teilweise auch Kameras. Öffentliche Einrichtungen werden häufig von Sicherheitspersonal, Polizei oder Militär bewacht.

Sprache: Bei meinem ersten Besuch in Mexiko sprach ich kein Wort Spanisch und war überrascht, dass viele Mexikaner kein Englisch verstehen. Dennoch fand ich mich zurecht. Ich habe Unterkünfte gefunden, bin in die richtigen Busse eingestiegen und bekam immer etwas zu essen. Später, bei einem langen Aufenthalt im Land, nahm ich an einem Sprachkurs teil. Das hat geholfen, denn Spanisch zu sprechen verbessert das Gesamterlebnis.

Busfahrten: Du hast schon gemerkt, dass du in Mexiko viel Zeit im Bus verbringen wirst. Das lässt sich nicht vermeiden, wenn du die Perlen des Landes entdecken möchtest. Das Busnetz ist allerdings sehr gut ausgebaut und die Busse sind ziemlich modern. Sie verfügen über bequeme Sitze, Klimaanlage und Toiletten. Busverbindungen findest du zum Beispiel bei der führenden Busgesellschaft ADO. Tickets kannst du im Internet kaufen oder kurz vor der Abfahrt am Busbahnhof. Zudem gibt es in manchen Städten Ticketshops wie „Boletotal“.

Busfahren Mexiko

Unterkünfte: Die aus meiner Sicht besten Unterkünfte für Backpacker nennen sich „Hostal“. Dabei handelt es sich um kleine Hotels und Gästehäuser, die in privater Hand liegen. Oftmals haben sie nur etwa zehn Zimmer, die mit einem Safe, Ventilator, Fernseher und manchmal einer Klimaanlage ausgestattet sind. Oftmals gehört ein eigenes Bad dazu. Diese Unterkünfte sind meist nach außen mit Gittern und stabilen Türen verschlossen. Hostals findest du in praktisch jedem Ort und in jeder Preiskategorie. Die Preise unterscheiden sich je nach Region. In Oaxaca und San Cristóbal übernachtete ich für 15 bis 20 Euro pro Nacht. Auf Yucatán waren es 10 Euro mehr. Frühstück wird in Hostals meist nicht angeboten.

Reisezeit: Die besten Reisemonate sind November bis April. Dann bleibt es in Mexiko überwiegend trocken und es ist nicht ganz so heiß wie im Sommer. Allerdings sind in dieser Jahreszeit auch die meisten Touristen unterwegs. Zum Ende des Sommers, vor allem im September und Oktober, herrscht an der Ostküste Hurrikangefahr. Auch wenn du nicht direkt von einem Hurrikan betroffen bist, kann er sich ein paar hundert Kilometer weiter durch starken Regen bemerkbar machen.

Du möchtest jetzt noch mehr über Mexiko erfahren? Dann lese dir doch direkt unsere Reisetipp für Mexiko durch.

Ich wünsche dir viel Spaß bei deiner Reise nach Mexiko!

2 Kommentare zu “Reisebericht Mexiko – eine Rundreise in drei Wochen

  1. Hallo Patrick,

    es ist ein toller Bericht! Ich bin ein bisschen neidisch, weil mein großer Traum ist, einmal Teotihuacán zu sehen. Leider, als wir in Mexiko waren, hat uns die Zeit für eine komplette Rundreise im Land nicht gereicht. Deswegen haben wir uns für eine 2-wöchige Yucatán-Rundreise entschieden. Nächstes Mal werden wir den nördlichen Teil von Mexiko erkunden, dazu hast du uns gute Tipps gegeben.
    Über unseren Roundtrip auf der Yucatán kannst du auf der Seite https://www.travelsicht.de/yucatan-rundreise-privat-mit-tipps-und-bildern/ lesen. In der Früh als Erstes bei Chichén Itzá zu sein, und das Gälende noch ohne Touristen anschauen zu können, war ein einzigartiges Erlebnis. Uns haben noch die Ruinen von Uxmal und Kabbah beeindruckt. Mit den Schildkröten auf dem Akumal Beach zu schwimmen ist auch unvergesslich!

    Viele Grüße,

    Ildi

    1. Hi Ildi,

      danke für dein Feedback, das geben wir direkt an Patrick weiter. Auch dein Bericht ist sehr spannend, nach dem Lesen beider Texte habe ich richtig Lust direkt in den nächsten Flieger Richtung Mexiko zu steigen 🙂

      Viele Grüße
      Bernhard von Sparwelt


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