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Reisebericht: Neuseeland – Abenteuer ohne Grenzen

Autorin: Nadja Benner

Im April führte uns unsere Reise ganz ans Ende der Welt, nach Neuseeland. In den vier Wochen, die wir unterwegs waren, haben wir die Nord- und die Südinsel bereist und es geschafft zweimal ausgeraubt zu werden. Doch zunächst von Anfang an:

Waldsee in Neuseeland

 

Auf dem Weg von Tokio nach Neuseeland

Da der Flug nach Neuseeland sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, entschlossen wir uns einen Stopover in Tokio einzulegen. Dort hatten wir die Gelegenheit die legendäre Kirschblüte zu bewundern und einen Ausflug zum Mount Fuji zu unternehmen. Übernachtet haben wir in dieser Zeit in einem Kapsel Hostel. Ein wirklich cooles Erlebnis und so bequem habe ich selten in einem Hostel übernachtet. Schließlich ging es weiter nach Neuseeland, wo wir unseren ersten Tag in Auckland verbrachten. Wir schlenderten durch die Stadt und versuchten alles, um den Jetlag zu überwinden.

Mount Fuji Tokio

 

Erlebnisse der anderen Art

Nach zwei weiteren Tagen in dieser sehr schönen Stadt holten wir unseren Mietwagen ab und wollten nur noch einen kurzen Stopp am Mount Eden einlegen. Nach dreißig Minuten kamen wir zum Auto zurück und mussten feststellen, dass jemand am helllichten Tag unsere Autoscheiben eingeschlagen und unsere Pässe gestohlen hatte, die sich zu diesem Zeitpunkt im abgeschlossenen und nicht einsehbaren Kofferraum befanden. Also hieß es nun Anzeige erstatten, einen Termin bei der Botschaft bekommen, neue Passfotos machen und einen neuen Reisepass beantragen. Somit konnten wir erst später als gedacht unsere Reise fortsetzen.

Auckland

Am nächsten Tag wollten wir zum Cape Reinga. Allerdings hatten wir irgendetwas falsches in Google Maps eingegeben, sodass wir an einem Tag 800 Kilometer fuhren, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Auf dem Rückweg machten wir noch einen Halt am 90 Mile Beach. Der Weg dorthin führte über eine Schotterpiste durch eine Landschaft, in der niemand weit und breit zu sehen war. Allerdings wunderten wir uns als direkt vor uns ein Kreisverkehr erschien. Es blieb uns ein Rätsel welcher Verkehr dort geregelt werden sollte.

Cape Reinga

Der Besitzer unserer Unterkunft begrüßte uns am nächsten Morgen mit den Worten: Heute gibt es für Reisende zwei Probleme. Die Osterferien beginnen in Neuseeland und der schlimmste Zyklon seit 50 Jahren nimmt Kurs auf die Nordinsel. Bei diesen Voraussetzungen konnte ja nichts mehr schief gehen. Und diesen Tag nutzten wir sofort um Hobbiton zu besuchen, d.h. den Drehort des Hobbits.

 

Hell’s Gate – mehr als ein Name

 

Auch wenn die Sonne in Strömen schien, war es ein tolles Erlebnis. Es gab soviel liebevolle Requisiten zu bewundern und im Grünen Drachen sogar ein Ingwer Bier. Mittlerweile standen auch fast alle Straßen unter Wasser und einige Orte mussten evakuiert werden. Nach einer erholsamen Nacht fuhren wir nach Rotorua. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer Seilbahn vorbei, die uns auf den Berg brachte, von wo wir eine großartige Aussicht auf den See und die Stadt hatten. Als nächstes besuchten wir Hell's Gate, das Tor zur Hölle. Und genauso sah es dort auch aus. Überall zischte, blubberte und dampfte es aus der Erde.

Regenbogen in Rotorua

 

Als wir zurück zum Ausgang kamen, warteten die Mitarbeiter schon auf uns. Wieder einmal waren die Scheiben in unserem Auto eingeschlagen worden und dieses Mal war unser gesamtes Gepäck weg, welches sich im Kofferraum befunden hatte. Wir hatten keinerlei Wertsachen im Auto, lediglich unsere Koffer. Der Manager des Parks, mit High Heels und Lippenstift, war vollkommen aus der Fassung und ist vor lauter Schreck umgeknickt. Wir bekamen erst einmal einen Tee und einen Muffin. Außerdem eine Gesichtsmaske und zwei T-Shirts. Danach fuhren wir zur Polizei, um mal wieder eine Anzeige aufzugeben. Auch der Polizist bot uns Tee an. Der beste Beweis dafür, dass die Neuseeländer von Engländern abstammen.

Natürlich mussten wir am nächsten Tag schon wieder unseren Mietwagen austauschen und auch die wichtigsten Dinge besorgen, weil wir nun wirklich nichts mehr besaßen. Sogar die Schokolade war uns gestohlen worden! Nach einigen weiteren Geothermal Parks, erreichten wir den Tongariro Nationalpark, der in „Herr der Ringe“ Mordor verkörpert. Passend zum Thema haben wir in Wellington eine Filmtour mitgemacht, die uns zu den Drehorten führte und vor allem auch in die Weta Cave, ein Special Effekts Studio.

 

Von Queenstown bis Christchurch

Mit der Fähre gelangten wir am nächsten Tag von der Nord- auf die Südinsel. An der Westküste fuhren wir vorbei an Gletschern, Nationalparks und anderen Naturwundern bevor wir Queenstown erreichten. Dies war für uns sicherlich die schönste Stadt in Neuseeland und es war gut endlich mal in einem Ort zu sein, der mehr als fünf Häuser hatte.

In Te Anau machten wir es uns für die nächsten drei Tage gemütlich, da sich in unmittelbarer Nähe die bekanntesten Sounds Neuseelands befinden. Wir entschlossen uns eine Bustour zum Milford Sound zu buchen, weil der Weg dorthin ausschließlich aus Serpentinen besteht. Und wie sich zeigen sollte, war dies eine gute Entscheidung: Wir fuhren 2,5 Stunden (für 110 Kilometer) zum Milford Sound. Mit dem Schiff fuhren wir durch den Sound und sogar die Sonne schien vom Himmel. Einfach traumhaft! Zurück ging es wieder 2,5 Stunden, wo wir unter anderem Kea sahen, die in unseren Bus kletterten.

Stadtsicht Te Anau

 

Am nächsten Tag wurden wir bereits um kurz vor sieben vom Shuttlebus abgeholt. Dieser brachte uns nach Manapouri, wo wir ein Boot bestiegen, was uns ans andere Ende des Sees brachte. Dort führt nämlich keine Straße hin. Nach einer Stunde stiegen wir in einen weiteren Bus, der uns über den Wilmot Pass zum Doubtful Sound brachte. Sehr interessant war, dass die Busfahrer per Funk durchgaben wann sie losfuhren und wie viele Leute an Bord waren. Am Sound angekommen, ging es wieder auf ein Schiff. Mit diesem schipperten wir drei Stunden herum. Der Guide betonte mehrfach, dass wir großes Glück mit dem Wetter hatten, weil es sehr sonnig war. Dabei regnet es dort an 200 Tagen im Jahr. Wir haben sogar Delfine gesehen, die um unser Boot herumschwammen.

Leuchturm Manapouri

 

Unsere weitere Reise führte uns zum südlichsten Punkt Neuseelands und wieder nach Norden Richtung Christchurch. Auch wenn die Stadt nach dem Erdbeben noch immer sehr zerstört ist, lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall! Drei Wochen nach dem ersten Diebstahl konnten wir dann auch endlich wieder unsere Reisepässe in den Händen halten. Also empfiehlt es sich auf jeden Fall sich zu Beginn einer Reise zu bestehlen lassen. Sonst wären wir sicherlich noch nicht aus Neuseeland zu Hause. Nun verließen wir Neuseeland endgültig.

Ende gut, alles gut?

Es war eine schöne Reise und das Land ist traumhaft. Dennoch kann ich von mir behaupten das letzte Mal dort gewesen zu sein. Es ist kein gutes Gefühl jedes Mal Angst um seine Sachen und den Mietwagen zu haben. Auf dem Rückflug legten wir einen Stopover in Hongkong ein. Dort waren es 30 Grad und 90% Luftfeuchtigkeit. Sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig, aber dennoch eine Reise wert. Ebenso wie die Casinos in Macau, dem Las Vegas Asiens.

Stadtansicht Hongkong

 

Nach insgesamt fünf Wochen landeten wir wieder in Deutschland. Viel leichter an Gepäck, aber reicher an Erlebnissen und Erfahrungen und von dieser Reise können wir noch die nächsten dreißig Jahre erzählen. Wer kann auch schon von sich behaupten zweimal ausgeraubt worden zu sein und einen Zyklon unbeschadet überstanden zu haben und dies alles innerhalb einer Reise?!

Ich wünsche dir viel Spaß bei deinem Aufenthalt in Neuseeland.


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