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Höhlen entdecken – Tauche ein in die Unterwelt der Schweiz

Berge, Gletscher, Wälder und Seen – aus diesen Elementen setzt sich das typische Landschaftsbild der Schweiz zusammen. Aber noch etwas gehört zur Landschaft der Schweiz, etwas, dass du auf den ersten Blick nicht sehen kannst, da es sich im Inneren der Berge verbirgt. Es sind die in Millionen von Jahren entstandene Höhlen und Grotten, in denen du in eine einzigartige Naturlandschaft mit unterirdischen Seen, Wasserfällen, Tropfsteinen und vielen weiteren Naturschauspielen abtauchst.

In der Schweiz gibt es rund 9.000 erforschte Höhlen. Für den Besuch einer Höhle eignen sich insbesondere die extra für die touristische Nutzung freigegebenen und entsprechend begehbar gemachten Schauhöhlen. Da die Schweizer Unterwelt nicht nur Erwachsene fasziniert, sondern auch für Kinder äußerst spannend ist, eignet sich der Besuch einer Höhle oder Grotte während eines Urlaubs in der Schweiz auch wunderbar für einen Ausflug mit der ganzen Familie.

Wir haben ein paar besonders schöne und aufregende Höhlen für dich herausgesucht. Los geht es mit den märchenhaften St. Beatus-Höhlen. Von dort aus starten wir dann eine Rundreise durch die gesamte Schweiz, auf der wir dir noch zehn weitere Höhlen bzw. Grotten der Schweiz mit ihren jeweiligen Besonderheiten vorstellen.

St. Beatus-Höhlen – märchenhafte Welt aus Stein und Wasser

Besuche die sagenumwobenen St. Beatus-Höhlen und lasse dich bei dem etwa einen Kilometer langen Rundgang durch die Grotten verzaubern. Der Weg ist gut ausgebaut und beleuchtet. Insgesamt sind 14 Kilometer des weit verzweigten Höhlensystems erforscht.

Wissenswertes rund um die St. Beatus-Höhlen

Die St. Beatus-Höhlen liegen im Zentrum der Schweiz im Berner Oberland oberhalb des Thunersees. Du erreichst sie auf verschiedenen Wegen per Auto, auf dem Fahrrad, mit dem Bus, per Schiff oder zu Fuß. Zum Eingang der Höhle selbst kommst du nur fußläufig. Vom Parkplatz aus führt dich zum Beispiel ein Weg durch den Wald bergauf in Richtung des tosenden Wasserfalls, den du auf mehreren Brücken überquerst.

Der Sage nach wurden die St. Beatus-Höhlen, die in Millionen von Jahren entstanden sind, von einem mystischen Drachen bewohnt, bis dieser im 6. Jahrhundert von dem Heiligen Beatus vertrieben wurde.

Danach bewohnte der Mönch die Höhlen bis zu seinem Tod. Mehr über diese Geschichte und sein Leben in den Höhlen erfährst du auf dem Rundgang durch die imposanten Tropfsteinhöhlen mit ihren Stalaktiten, Stalagmiten und natürlichen Spiegelwelten. Entweder schließt du dich einer Führung an oder du erkundest die Höhlen auf eigene Faust. Letzteres ist seit 2015 möglich. Informationen erhältst du dann auf 25 Informationstafeln auf Deutsch und Englisch sowie über die kostenlose App „Saint Beatus“ für Android oder iOS. Die Führungen dauern etwa 75 Minuten und werden in der Regel alle 45 Minuten angeboten.

Da die Temperatur in den Höhlen konstant bei 8 bis 10 Grad liegt (auch an heißen Sommertagen!) solltest du dich entsprechend warm anziehen. Darüber hinaus ist auch festes Schuhwerk wichtig. In der Zeit von Mitte November bis Mitte März haben die St. Beatus-Höhlen übrigens Winterpause. Das restliche Jahr steht dir der Höhleneingang jeweils von 9.30 Uhr bis 17.00 Uhr offen.

Höhlenmuseum, Restaurant und Spielplatz

Abrunden kannst du deinen Besuch der St. Beatus-Höhlen noch mit einer Besichtigung des Höhlenmuseums. In der interaktiven Ausstellung erfährst du einiges über Höhlen und Höhlenforschung. Schwerpunkte bilden die Geschichte, Geologie und Tierwelt der St. Beatus-Höhlen. Außerdem erhältst du über eine Multimedia Screenwall Einblicke in weitere nationale und internationale Höhlen. Der Museumsbesuch kostet dich keinen extra Eintritt, sondern ist bereits im Eintrittspreis der St. Beatus-Höhlen inbegriffen.

Stärken kannst du dich in dem Panorama-Restaurant St. Beatus-Höhlen. Dort genießt du nicht nur das Essen, sondern auch eine wunderbare Aussicht auf den Thunersee sowie die Berner Alpengipfel.

Für Kinder gibt es bei den St. Beatus-Höhlen zudem noch einen Spielplatz zum Austoben. Dieser bietet neben einer Burg aus Holz und weiteren Spielgeräten auch einen Picknickplatz.

Rundreise zu weiteren bekannten Höhlen und Grotten der Schweiz

Von den St. Beatus-Höhlen geht es nun los auf die Rundreise zu weiteren aufregenden und besonders sehenswerten Höhlen und Grotten in der gesamten Schweiz.

Unterirdischer See von St-Léonard – eine Grotte voller Wasser

Zunächst geht es von den St. Beatus-Höhlen weiter in den Süden der Schweiz. Dort erwartet dich mitten in den Walliser Alpen die mit Wasser gefüllte Grotte von St.-Léonard. Der unterirdische See von St-Léonard bzw. Lac Souterrain, liegt in einer Tiefe von etwa 30 bis 70 Metern unter den Weinbergen. Mit seiner Länge von 300 Metern und seiner Tiefe von maximal 10 Metern ist er der größte natürliche und befahrbare unterirdische See in Europa.

Entscheidest du dich für eine Besichtigung, wirst du in einem bis zu 40 Personen fassenden Ruderboot etwa eine halbe Stunde über den unterirdischen See gefahren. Dabei erhältst du spannende Informationen zu dem unterirdischen Gewässer. Als Musikfan solltest du dir die besondere Akustik der auf dem See stattfindenden Konzerte nicht entgehen lassen. Bei diesen befinden sich die Musiker auf einem Boot, um welches sich die Gäste mit weiteren Booten positionieren.

Grotte aux Fées – seit 1864 für die Öffentlichkeit zugänglich

Auf etwa gleicher Höhe geht es dann weiter Richtung Westen zu der Grotte aux Fées oberhalb von St-Maurice. Diese Grotte wurde als erste Grotte der Schweiz im Jahre 1864 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Um sie ranken sich Legenden über die gute Fee Frisette.

Vom Eingang der Grotte führt dich ein beleuchteter Weg in ihr felsiges Inneres. Nach einem halben Kilometer endet dieser bei einem unterirdischen See mit einem imposanten Wasserfall. Für Kinder bietet die Grotte aux Fées ein besonderes Abenteuer. Sie können in der Grotte mit einem detaillierten Plan auf Schatzsuche gehen. Das Ziel ist es fünf versteckte Feen zu finden.

Salzminen von Bex – ein riesiges unterirdisches Labyrinth

Von der Grotte aux Fées fährst du nur etwa 10 Minuten mit dem Auto weiter in nördlicher Richtung und schon erreichst du die Salzminen von Bex. Im Gegensatz zu anderen Höhlen und Grotten herrscht in dem riesigen unterirdischen Labyrinth des Salzbergwerks das ganze Jahr über eine Temperatur von 18 Grad Celsius.

Dort lernst du die verschiedenen dort bereits seit 1684 zum Einsatz kommenden Techniken zur Salzgewinnung kennen. Der Rundgang durch die Salzminen führt dich durch mehrere Kilometer des Labyrinths. Zu dem Rundgang gelangst du mit dem Zug der Minenarbeiter. Bereiche die außerhalb des Besucherrundganges liegen lernst du bei den TrekkMines Besichtigungen kennen.

Grotten von Vallorbe – unterirdischer Fluss, Feen-Schatz, Kathedrale und Höhlenkäse

Weiter geht es in Richtung Nordwesten an die französische Grenze zu den Grotten von Vallorbe. Dort erwartet dich neben den Kalksteinformationen ein unterirdischer Fluss – die Orbe. Außerdem siehst du dort einen in den unterschiedlichsten Farben glitzernden Feen-Schatz. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von 250 Mineralien aus der ganzen Welt, die in vier in den Felsen gegrabenen Höhlen ausgestellt werden.

Beeindruckend ist zudem die 30 Meter hohe natürliche Kathedrale, in der das Lichtspiel mit Musik für eine besondere Atmosphäre sorgt. Im Anschluss an den Besuch der Grotten von Vallorbe kannst du dir noch eine schmackhafte Erinnerung kaufen – einen Höhlenkäse aus dem Käsekeller der Höhle.

Grotten von Mont-Vully – heute ein Spielplatz zum Verstecken

Nun folgt ein kleiner Abstecher Richtung Nordosten wieder etwas weiter in das Landesinnere hinein. Zwischen dem Neuenburgersee und dem Murtensee findest du die Grotten von Mont-Vully. Bei diesen Grotten handelt es sich nicht um natürliche, sondern um künstlich geschaffene Sandsteinhöhlen. Der 200 Meter lange Stollen entstand zwischen 1916 und 1917 und diente Verteidigungszwecken während des ersten Weltkrieges.

Heute kannst du mit deinen Kindern in den Grotten von Mont-Vully verstecken spielen. Eines solltest du allerdings nicht vergessen – eine Taschenlampe.

Unterirdische Mühlen am Col-des-Roches – eine Reise zurück in das Industriezeitalter

Richtung Westen geht es dann zurück bis kurz vor die französische Grenze zu den unterirdischen Mühlen am Col-des-Roches. Dort erwartet dich eine ganz besondere Reise zurück in das Industriezeitalter. Vom 17. Jahrhundert an wurde die vor Millionen von Jahren auf natürliche Weise entstandene Felsgrotte durch den Menschen ausgebaut. Damals wurden durch riesige Wasserräder angetriebene Getreidemühlen in die Grotte gebaut, um die Wasserkraft des dortigen unterirdischen Wasserfalls zum Antreiben der Mühlenräder zu nutzen.

Du solltest dich für die Besichtigung der unterirdischen Mühlen am Col-des-Roches in jedem Fall warm anziehen. Da es das ganze Jahr über mit 7 Grad Celsius nicht nur kalt in der Felsgrotte ist, sondern dort auch eine extreme Feuchtigkeit herrscht.

Höhlen von Réclère – eine der schönsten Schauhöhlen der Schweiz

Ebenfalls sehr dicht an der französischen Grenze liegen die Höhlen von Réclère. Dafür geht die Reise von den unterirdischen Mühlen am Col-des-Roches weiter nach Norden. Der kürzeste Weg führt dich durch Frankreich. Die 1886 entdeckten Höhlen von Réclère zählen zu den schönsten Schauhöhlen der Schweiz. Auf dem gut ausgebauten Rundgang entdeckst du zahlreiche beleuchtete Tropfsteine.

Unter anderem erwartet dich dort auch der größte bekannte Stalagmit der Schweiz, der sogenannte Dom. Er ist geschätzte 250.000 Jahre alt und stolze 15 Meter hoch. Auch einen See gibt es in der Grotte. Dieser befindet sich 55 Meter unter der Erdoberfläche am tiefsten Punkt der Grotte.

Nidlenloch – Karsthöhle für Entdeckungstouren

Das nächste Ziel der Rundreise liegt westlich der Höhlen von Réclère und nördlich von Bern. Es ist das unter Naturschutz stehende Nidlenloch. Bei dieser Höhle handelt es sich nicht um eine für Touristen erschlossene Schauhöhle. Das Nidlenloch kannst du auf eigene Faust erkunden, sofern du über die entsprechende Erfahrung verfügst. Ansonsten wendest du dich besser an einen ortskundigen und erfahrenen Höhlenführer.

Die Karsthöhle ist 7,5 Kilometer lang und 418 Meter tief. Ihr Eingang ist verschlossen. Den Schlüssel bekommst du gegen Zahlung des Eintritts und Hinterlegung einer Kaution in dem Gasthof „Hinter Weissenstein“. Dieser hat in der Regel von Mittwoch bis Sonntag geöffnet.

Höllgrotten Baar – die „jungen“ Höhlen

Noch weiter westlich bzw. südlich von Zürich (Link zum Zürich-Text) warten die Höllgrotten Baar auf dich. Diese Höhlen entstanden erst vor etwa 6.000 Jahren und sind damit im Vergleich zu anderen Tropfsteinhöhlen sehr „jung“. Zudem bildeten sie sich in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum von rund 3.000 Jahren. Bei anderen Höhlen dauerte dies jeweils Millionen von Jahren. Entdeckt wurden die Höllgrotten im Rahmen des Abbaus von Tuff im 19. Jahrhundert.

Dich erwartet dort eine ganz besonders zauberhafte Stimmung. Du besichtigst auf deinem Rundgang unter anderem die Märchengrotte, das Zauberschloss, die Himmelsgrotte, die Fabelgrotte und die Feengrotte. Seit 2012 sorgt eine moderne LED-Beleuchtung dafür, dass du die Vielfalt der Farben und Formen der Tropfsteingebilde deutlich sehen kannst. Ein kostenloser Audioguide in Form eines Hörspiels versorgt dich und deine Kinder mit interessanten Infos rund um die Entstehung der Höllgrotten – allerdings in Schweizer Mundart. Eine Hauptrolle spielt dabei das „Höllgrottetüüfeli“, welches dir auch das ein oder andere Geheimnis zu den Grotten verrät.

Hölloch Muotathal – das längste Höhlensystem der Schweiz

Zuletzt geht es ein Stücken Richtung Südwesten. Dann erreichst du das Hölloch Muotathal. In dieser Höhle kannst du dich fühlen, wie ein richtiger Höhlenforscher. Mit ihrer Länge von über 200 Kilometern ist sie nicht nur das längste Höhlensystem der Schweiz, sondern zählt auch zu den längsten Höhlensystemen der Welt.

Du hast dort die Möglichkeit, ausgerüstet mit Helm, Stirnlampe, Gummistiefeln, Handschuhen und einem Höhlenoverall unter der Leitung eines diplomierten Höhlenführers in die Höhlenwelt des Hölloch Muotathal einzutauchen. Angeboten werden verschiedene Führungen und Expeditionen, wie zum Beispiel der Hölloch Parcours oder die 2-Tages Biwak Expedition. Unter Umständen lässt du dann die Höhlentour noch mit einem gemütlichen Höhlen-Raclette ausklingen.


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