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Von Rembrand bis Caravaggio: Das Museo del Prado in Madrid

Der Louvre in Paris, der Ermitage in St. Petersburg und das Museo del Prado in Madrid: Spaniens größtes Museum wird in einer Reihe mit allen bedeutenden Kunstausstellungen der Welt genannt. 8600 Gemälde, 5000 Skizzen und Zeichnungen, 2000 Drucke, 1000 Münzen und Medaillen: Es ist unmöglich, dir bei einem Besuch im Museum alles anzusehen. Daher informieren wir dich gerne vorab über die imposantesten Highlights und geben dir wichtige Tipps, damit du deinen Besuch im Museo del Prado so spannend und informativ wie möglich gestalten kannst.

  • Museo del Prado in Madrid

Nach dem Vorbild des Louvre: Die Geschichte des spanischen Museums

König Ferdinand VII hatte 1814 die Eingebung, dass er eine Pinakothek nach dem Vorbild des Louvre in Paris erschaffen lassen wollte. Vier Jahre später ließ er ein Gebäude für diese Zwecke renovieren, in dem bis dato das Königliche Museum der Naturwissenschaften untergebracht war. 1819 wurde dann das „Königliche Museum für Malerei und Bildhauerei“ eingeweiht. Im Oktober 2007 wurde der Museumsbau um mehr als die Hälfte vergrößert. Hinzu kamen beispielsweise vier Bereiche für temporäre Ausstellungen.

Diese Meister kannst du auf deinem Rundgang im Museum bewundern

Im Museo del Prado gibt es die größte Konzentration an Meisterwerken pro Quadratmeter weltweit. Hier hängen die Werke der bedeutendsten Künstler Spaniens und der ganzen Welt. Du kannst dich bei deinem Besuch im Museo del Prado unter anderem auf folgende Maler und Bildhauer freuen:

Spanische Künstler

Zu den im Museo del Prado ausgestellten Künstlern aus Spanien gehören Goya, Velazquez und El Greco. Wenn du dir die Werke von Francisco de Goya y Lucientes ansiehst, achte auf die Darstellung der Monarchie. Er entlarvte sie auf seinen Bildern und zog sie zum Teil sogar ins Lächerliche. Besonders bedeutsam ist das unzüchtige Gemälde einer jungen Frau, über das du im nächsten Abschnitt noch mehr lesen kannst. Diego Velazquez des Silva war der Hofmaler von Philipp dem IV. In seinem Werk „Las Meninas“ stellt er die Familie des Königs dar. Zu sehen sind darauf die Folgen der inzestösen Heiratspolitik.

Italienische Künstler

Die Werke von Raffael, Tizian, Tiepolo und Carvaggio werden im Museo del Prado in insgesamt 16 Räumen ausgestellt. Raffael gehört zu den bedeutendsten Künstlern der Renaissance. Zu seinen berühmtesten Werken zählt die „Sixtinische Madonna“, die allerdings in der Galerie der Alten Meister in Dresden zu sehen ist. Sehenswert sind die Ölgemälde „Venusfest“ und das „Reitnerbildnis Karls V.“ Auf Caravaggios Bildern wird dir vor allem der Kontrast zwischen Hell und Dunkel auffallen, der in der damaligen Zeit eine Innovation war.

Flämische Künstler

Im 16. Jahrhundert standen die Niederlande unter der Herrschaft der spanischen Krone. Dadurch existieren im Museo del Prado zahlreiche Werke flämischer Künstler wie Van der Weyden, Bosch, Rubens und Teniers. Rubens gehört zu den bekanntesten Malern des Barock und ist vor allem mit seinen Rubensfrauen berühmt geworden. „Die drei Grazien“ ist eines seiner bekanntesten Werke. Es begeistert durch seine Leuchtkraft der Hautfarbe.

Deutsche Künstler

Dir werden während deines Rundgangs unter anderem Werke von Dürer, Cranach, Baldung und Mengs begegnen. Die Gemäldesammlung deutscher Künstler ist vergleichsweise klein, dafür aber umso bedeutsamer. Schau dir unbedingt die Werke Albrecht Dürers an. Er war nicht nur Maler, sondern auch Goldschmied und fertigte daneben auch Holzschnitte und Drucke an. Von Rembrand siehst du im Museo del Prado viele Landschaftsbilder die kunstvoll Licht und Schatten in Szene setzen.

Französische Künstler

Die Abteilung für französische Künstler baute sich im 17. Jahrhundert auf, als der spanische König durch die Beziehungen zu Frankreich in dieser Zeit erste Kunstwerke einkaufte. Im zweiten Stock des Prado ist das Gemälde „Der Parnass“ zu sehen von Nicolas Poussin. Seine Bilder sind kleinformatig und begeistern durch ihre intensiv leuchtenden Farben.

Diese Kunstwerke solltest du dir im Museo del Prado unbedingt ansehen

Diego Velázquez Gemälde: „Las Meninas“ (Die Hoffräulein)

Dieses Gemälde ist aufgrund seiner Perspektive einzigartig. Der Künstler stellt in diesem 1,76 x 3,18m großen Ölgemälde König Philipp IV. samt seiner Gemahlin dar, die man auf dem ersten Blick in einem Spiegel sieht. Im Vordergrund steht eine Leinwand und davor der Künstler selbst. Denkt man die Perspektive nun um, dann könnte die Szene auch spiegelverkehrt gezeichnet sein und der Künstler sieht sich im Spiegel selbst beim Malen zu. Dieses Kunstwerk aus dem Jahr um 1650 gehört zu den am meisten diskutierten Gemälden der Welt. Diego Velázquez Gemälde „Las Meninas“ befindet sich im Saal 12.

Caravaggio „David und Goliath“

Dieses gewaltvolle Gemälde zeigt David mit dem Haupt von Goliath. Besonders ist hier, dass das Werk stark von den Darstellungen in der Bibel abweicht. Dort wird das Aussehen Davids viel heller und freundlicher dargestellt. Außerdem triumphiert er nicht über den Riesen, sondern sieht ihn demütig und mitleidig an. Das Haupt des Goliath scheint dabei noch lebendig zu sein – er zeigt sogar noch eine sehr wache und leidende Mimik. Du kannst dir dieses Werk von Caravaggio im Saal 36 ansehen.

Goyas „Nackte Maya“

Dieses Kunstwerk ist in regelrechter Skandal in der Kunst. Übersetzt lautet der Name des Kunstwerks „Die nackte Schöne“. Der Maler Francisco Jose de Goya y Lucientes zeichnete in seinem gesamten Werk nur diese eine nackte Frau, die allerdings keine Göttin darstellte wie allgemein üblich, sondern ein reales weibliches Wesen. Noch dazu befindet sie sich in einer sexuell herausfordernden Pose. Diese Obszönität war im 18. und 19. Jahrhundert in Spanien eine absolute Provokation. Dafür wurde der Künstler von der spanischen Inquisition vor Gericht gestellt. Die Strafe war dagegen milde: Ihm wurde lediglich der Titel „Erster königlicher Hofmaler“ aberkannt. Das Kunstwerk befindet sich im Saal 36.

Albrecht Dürer „Selbstbildnis im Pelzrock“

Dieses Bild hat jeder schon einmal gesehen und meistens auch mindestens eine Arbeit im Kunstunterricht darüber geschrieben. Albrecht Dürer zeichnete insgesamt drei Selbstbildnisse. Das hier im Saal 55 B ausgestellte Portrait wird auch als Madrider Selbstbildnis bezeichnet und ist 1498 entstanden. Der Künstler war damals 26 Jahre alt und zeigt ihn in der gehobenen Kleidung eines Patriziers und nicht in seiner Arbeitskleidung. Durch dieses gelungene Portrait soll er viele Aufträge erhalten haben, mit denen er sich seinen Lebensunterhalt sichern konnte.

Kultur zum Sonderpreis: Freier Eintritt in das Museo del Prado

Der Eintritt im Museo del Prado kostet für Erwachsene rund 15,00 Euro. Dieses Geld kannst du dir sparen, wenn du das Museum am Sonntag besuchst, denn an diesem Tag ist der Eintritt frei. Bedenke aber, dass vermutlich viele Touristen dieses Angebot nutzen und es entsprechend voll sein wird. Wenn du also mehr Ruhe haben willst, um dir die Kunstwerke genau anzusehen, gehe nach Möglichkeit lieber an den Wochentagen in das Museo del Prado. Für Senioren gibt es eine Ermäßigung. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Studenten zwischen 19 und 25 Jahren können das Museum ebenfalls kostenlos besuchen. Kostenlos kannst du das Museum außerdem ab 18:00 Uhr besuchen. Dieses Angebot nutzen viele, die keine ausgesprochenen Kunst- und Kulturliebhaber sind, sich aber trotzdem einen kleinen Eindruck von dieser bedeutenden Kunstsammlung machen wollen. Der Andrang vor dem Museum ist zu dieser Zeit besonders groß – nimm dir also etwas Zeit mit.

So findest du dich im Museum zurecht

Aufgrund des begrenzten Platzes wird nur ein Teil der Exponate gezeigt, die das Museo del Prado beherbergt. Sie sind in verschiedenen Räumen aufgehängt, die nach historischen Gesichtspunkten, nach Herkunft und Kunstrichtung sortiert sind. Zur besseren Orientierung wurden Faltblätter entworfen, auf denen du erkennen kannst, was im Museum zu sehen ist.

Tipps für deinen Besuch im Museo del Prado

Museumsplan: Damit du gleich von Anfang an einen Überblick über das Gebäude und die Kunstsammlungen bekommst, lass dir gleich am Eingang einen Museumsplan geben. Dieser gibt dir einen Überblick über die 90 Säle und du kannst gezielt entscheiden, was du dir ansehen möchtest. Auch nach 18 Uhr wirst du kostenlos hereingelassen, hast dann allerdings je nach Jahres- und Öffnungszeit kaum noch Gelegenheit, dir die wichtigsten Kunstwerke aus der Ausstellung genau anzusehen

Skip-the-Line-Ticket: Wenn du dir vor deinem Besuch im Museo del Prado ein Skip-the-Line-Ticket buchst, dann kannst du lange Warteschlangen vor dem Museum vermeiden. Du kannst durch einen privilegierten Eingang gehen – dein Ticket hast du ja bereits in der Hand und musst nur noch die Sicherheitskontrolle über dich ergehen lassen. Ein solches Ticket lohnt sich besonders zu den Ferienzeiten. Es kostet rund 15 Euro und enthält noch eine kleine Bearbeitungsgebühr

Audioguide mitnehmen: Wenn du keine Führung durch das Museum mitmachen möchtest, weil du lieber selbst entscheidest, was du dir ansehen möchtest, empfehlen wir dir den deutschen Audioguide. Dieser kann im Museum für 3,50 Euro ausgeliehen werden.

Kunstwerke aus dem Museo del Prado bei Google Earth

Seit 2009 gibt es eine neue Anwendung bei Google Earth, mit der du ausgewählte Kunstwerke virtuell besichtigen kannst. Zu den bei Google Earth gezeigten Bildern gehören Hieronymus Boschs Triptychon "Der Garten der Lüste" und Tizians "Kaiser Karls V". Um die Anwendung zu erreichen, suchst du zunächst Madrid auf der Karte von Google Earth. Dort siehst du einen sehr auffälligen Icon. Mit einem Klick gelangst du von dort zu den digitalisierten Bildern, die du dir vor deinem Rechner in Ruhe ansehen kannst. Zur Bildansicht bekommst du weitere Informationen über das Kunstwerk, den Künstler und die Maltechnik. Du siehst aus dieser Perspektive sogar mehr Details, als wenn du live vor dem Bild stehen würdest, das meist von einem schweren Glasrahmen geschützt wird.

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