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Reisebericht: Mallorca – Der Osten der Insel im Winter

Autor: W. Ziegelmeier 

Ob man es glaubt oder nicht, aber ich war mit meinen fast 60 Jahren Anfang Dezember 2018 für eine Woche zum ersten Mal auf Mallorca (augenzwinkernd auch als 17. deutsches Bundesland bezeichnet). Da ich beruflich ziemlich viel um die Ohren habe, wählte ich bewusst diesen eher ruhigen Zeitraum und den eher stillen Osten der Insel.

Die Meerespromenade in Cala Millor
Die Meerespromenade in Cala Millor

Um es vorweg zu nehmen: Es hat sich gelohnt! Tipp für die Strecke Flughafen - Hotel - Flughafen: einen Leihwagen mieten, der in meinem Fall lächerliche 3,- Euro (!) pro Tag kostete und somit günstiger war als die Fahrt per Bus vom Flughafen Palma zu meinem Hotel nach Cala Millor (quer über die Insel von West nach Ost).

Dort war zu dieser Zeit von Massentourismus nichts zu spüren, obwohl es sich um einen Ferienort handelt: Die meisten Hotels waren geschlossen oder wurden renoviert - sehr angenehm, auch wenn ein Großteil der Lokale und Restaurants in der Flaniermeile des Ortes ebenfalls geschlossen waren, aber don’t worry, es droht keine Gefahr zu verhungern.

Informative Stelen in Cala-Millor die das Leben auf Mallorca vor Beginn des Tourismus beschreiben
Informative Stelen in Cala-Millor die das Leben auf Mallorca vor Beginn des Tourismus beschreiben

In Cala Millor selbst fand ich das Natur-Reservat Punta N’Amer sehr (ent)spannend. Dieser wild und ursprünglich belassene Park lag unmittelbar neben meinem Hotel und deshalb war ich gleich mehrmals dort, um die verschlungenen Pfade, Wege und Ausblicke zu genießen. Einer dieser Pfade führt zu einem kleinen historischen Aussichts- und Verteidigungsturm - etwas übertrieben als „Castell“ bezeichnet - der insofern ein nettes Ziel darstellt, weil das großzügige Plateau neben dem Turm mit urigen Sitzgelegenheiten bestückt und bewirtschaftet ist. Dort kann man dann in Ruhe inmitten von rauer und unberührter Natur einen Kaffee schlürfen oder eine Kleinigkeit essen.

Das Natur Reservat Punta Namer in Cala Millor
Das Natur Reservat Punta Namer in Cala Millor

Cala Millor ist nicht nur als Hotelstandort bestens geeignet, sondern auch ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge zu Fuß, per Rad oder mit dem Auto. So kann man beispielsweise ganz entspannt die Strandpromenade in Richtung Norden entlang schlendern (Tipp: Im Fremdenverkehrsamt kann man sich eine kostenlose Karte mit wertvollen Informationen und detaillierten Routen holen.) in den Nachbarort Cala Bona mit idyllischem Hafen oder bis zum noch weiterer entfernten Aussichtspunkt Cap d’es Pinar.

Idyllische Hafen im kleinen Örtchen Cala Bona
Idyllische Hafen im kleinen Örtchen Cala Bona

Bis zum Cap d’es Pinar sind es geschätzt rund sieben bis acht Kilometer zu marschieren, aber das Ganze ist sehr kurzweilig - auch deshalb, weil man auf dem Weg dorthin jede Menge mondäner Villen passiert, die links und rechts der Straße am Hang kleben und in denen offensichtlich die Schönen und die Reichen residieren. Wem der Rückweg dann zu weit ist, der kann dafür den Bus nehmen, der allerdings im Winter nur ab bestimmten Stationen fährt. Hierüber hatte mich ein freundlicher Einheimischer aufgeklärt und mich sogar zur nächsten „aktiven“ Haltestelle geführt, nachdem ich einsam und verlassen an einer Station gewartet hatte, die im Winter nicht bedient wird.

Flohmarkt und fröhliches Sonntags Treiben in Artà
Flohmarkt und fröhliches Sonntags Treiben in Artà

Recht interessant ist auch die kleine Stadt Artà: Ich war dort an einem Sonntag, an dem zufällig eine Art Gemeindefest mit Flohmarkt und Straßenverkauf von lukullischen Köstlichkeiten stattfand, aber nicht für die kaum vorhandenen Touristen, sondern nahezu ausschließlich von Einheimischen für Einheimische. Die Atmosphäre war herrlich heiter und fast schon klischeehaft mediterran, aber unheimlich wohltuend und entschleunigend.

Die Stadt selbst ist eine wunderbare Mischung aus Plätzen, Bauwerken und märchenhaften kleinen Gässchen, die eine zauberhafte Stimmung aufkommen lassen.

Vielen kleinen zauberhaften Gässchen in Artà
Vielen kleinen zauberhaften Gässchen in Artà

Wenn man das Städtchen am Fuße der Bergkirche (die einen phantastischen Rundum-Ausblick bietet und auch im Inneren einen Besuch wert ist) verlässt, begegnet man sofort dem ursprünglichen Mallorca mit kleinen unbefestigten Feldwegen, fröhlich blökenden Schaf- oder Ziegenherden und in die Landschaft gestreuten Fincas.

Blick von der Bergkirche auf das wunderschöne Städtchen Artà
Blick von der Bergkirche auf das wunderschöne Städtchen Artà

Ich habe mich einfach treiben lassen, bin links und rechts der Feldwege in kleine Höfe abgebogen (natürlich ohne die Bewohner zu belästigen) und habe mir die Sonne auf den Pelz brennen lassen...

Wer die Hauptstraßen verlässt entdeckt das ursprüngliche Mallorca und dessen karge Schönheit
Wer die Hauptstraßen verlässt entdeckt das ursprüngliche Mallorca und dessen karge Schönheit

Ein weiterer Höhepunkt war der nordöstlichste Zipfel der Insel mit dem archaisch-kraftvollen Aussichtspunkt Cap des Freu, an dem sich nur eine Handvoll Besucher aufhielt. Im Sommer soll der Andrang so groß sein, dass man nur noch mit Shuttle-Bussen dorthin kommt. Der dortige Ausblick von einer speziellen Plattform ist grandios und atemberaubend: Senkrecht abfallende, felsige Steilküsten, karg-archaische Bergketten am Horizont, herbe Felsmassive vor der Nase, das weite Meer bis zum Horizont... einfach Hammer!

Die Aussichtsplattform am Cap des Freu mit grandiosem Ausblick
Die Aussichtsplattform am Cap des Freu mit grandiosem Ausblick

Man kann das Ganze dann im wahrsten Sinn des Wortes auf die Spitze treiben, indem man vom Parkplatz, der zur Aussichtsplattform gehört, noch eine Stück nach oben fährt auf einer abenteuerlichen Serpentinenstraße - nicht abschrecken lassen, für geübte Autofahrer kein Problem. Diese Straße schlängelt sich verwegen den Berg hoch und führt zu einem noch höher gelegenen Aussichtspunkt, von dem aus man sich erneut kaum satt sehen und Stunden verbringen kann. Tipp: Der Wind pfeift hier oben kräftig, so dass warme Kleidung angeraten ist.

 

Traumhafter Blick auf zum Teil türkisfarbenes Meer vom Berg oberhalb des Cap des Freu
Traumhafter Blick auf zum Teil türkisfarbenes Meer vom Berg oberhalb des Cap des Freu

Ähnlich spektakulär ist ein Besuch des Klosterbergs Santuari de Sant Salvador im Süd-Osten der Insel (Nähe Felanitx) mit Ausblicken, die ehrfürchtig machen und die ganze herbe Schönheit der Insel vermitteln. Auf dem Berg gibt es eine absolut sehenswerte Kirche und natürlich das Kloster selbst, das auch ein Restaurant und ein einfaches Hotel beinhaltet, auf dessen Terrasse man die Seele baumeln lassen kann. Die Atmosphäre dort oben ist erhaben und geprägt von einer fast schon meditativen Stimmung, die den Lärm der Welt vergessen lässt.

Der Klosterberg Santuari de Sant Salvador im Süd-Osten der Insel lässt den Lärm der Welt vergessen
Der Klosterberg Santuari de Sant Salvador im Süd-Osten der Insel lässt den Lärm der Welt vergessen

So, das soll es gewesen sein mit meinem Bericht über einen Mallorca-Trip, der auf den ersten Blick unspektakulär, aber bei genauerer Betrachtung genau deshalb äußerst besinnlich und erholsam war.

Ich wünsche dir viel Spaß bei deinem Aufenthalt auf Mallorca.

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