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Landschaftliche Besonderheiten der Türkei – Sinterterrassen und Co.

Die Türkei besteht aus einer Vielzahl verschiedener Landschaftsformen. Somit gibt es nicht die eine Landschaft der Türkei. Je nachdem, wo du in der Türkei unterwegs bist, entdeckst du zum Beispiel grüne Ebenen, schroffe Küsten, felsige Berge, traumhafte Sandstrände oder vulkanisch geprägte Landschaftsformen. Eine sehr bekannte und äußerst sehenswerte landschaftliche Besonderheit der Türkei findest du in Pamukkale in der türkischen Provinz Denizli – die Sinterterrassen. Mehr zu diesen weißen Kalksteinterrassen erfährst du in den folgenden Absätzen. Zudem verraten wir dir, welche zweite Attraktion Pamukkale zu bieten hat. Und abschließend überraschen wir dich noch mit ein paar weiteren besonderen Landschaften der Türkei.

  • Hierapolis-Pamukkale, Pamukkale, Turkey

1. Die Sinterterrassen in Pamukkale

Die weißen SinterterrassenDie weißen Sinterterrassen zählen nicht nur seit 1988 zum UNESCO-Welterbe, ihr Aussehen gab der Stadt bzw. dem Landkreis Pamukkale auch seinen Namen. Pamukkale bedeutet übersetzt so etwas wie Baumwollburg und genau daran erinnern die Sinterterrassen mit ihren weißen Stufen optisch.
Entstanden sind Sinterterrassen über Jahrtausende durch kalkhaltige Thermalquellen. Das Prinzip ist folgendes: Das heiße Wasser der Thermalquellen läuft über eine Felskante. Dabei kommt es zu Ablagerungen von Calciumcarbonat. Mit der Zeit entstehen auf diese Weise die wie Terrassen übereinander angeordneten Wasserbecken. Das jeweils überschüssige Wasser eines Beckens läuft dann weiter in das nächste darunter liegende Becken.
Dieses Phänomen zieht schon seit einer Ewigkeit Touristen an – und das nicht nur wegen dem spektakulären Anblick der Kalksinterterrassen. Bereits vor knapp 2000 Jahren wurden die Thermalbecken von Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden und rheumatischen Erkrankungen aufgesucht, die sich Linderung verschaffen wollten.

Baden im warmen Thermalwasser der Sinterterrassen?

Die Sineterassen: UNESCO-WelterbeDas Thermalwasser ist etwa 36 Grad warm. Allerdings ist wildes Baden in den Wasserbecken seit 1996 nicht mehr erlaubt. Auch darüber hinaus ist die Besichtigung der Sinterterrassen mit strengen Regularien verbunden. Ab einem bestimmten Punkt darfst du als Besucher der Sinterterrassen nur noch barfuß weiterlaufen, während die Touristen früher ihre Schuhe anbehalten durften. Zudem darfst du die Terrassen nur an einem bestimmten Punkt betreten und dann nur einen markierten Pfad beschreiten. Die anderen Bereiche, die nicht betreten werden dürfen, werden strengstens bewacht. Dafür steht etwa alle einhundert Meter ein Wächter.
Der starke Andrang der Touristen hatte dazu geführt, dass sich die Sinterterrassen grau verfärbt haben. Es wurde nicht nur unbedacht in den Becken gebadet, es durften sogar Autos über eine extra angelegt Straße mitten durch die Kalkterrassen fahren. Zudem wurden an dem oberen Rand der Sinterterrassen Hotels errichtet. Diese zapften die Wasserquellen an und leiteten auch teilweise ihr Abwasser auf die Kalkterrassen. Die UNESO drohte daraufhin damit, den Welterbestatus zu entziehen.
Als Folge dessen wurden die strengen Regularien eingeführt und kurze Zeit später auch die Hotels wieder abgerissen. Auch die Straße wurde rückgebaut. Auf ihr wurden künstliche Kalkbecken angelegt – in denen darfst du als Tourist baden und dort befindet sich auch die Stelle, an der du die Kalkterrassen betreten darfst. Auf diese Weise haben die Sinterterrassen ihre strahlend weiße Farbe zurückerhalten.

Die Sinterterrassen bei Nacht – ein besonderes Erlebnis

Viele Touristen, die in anderen Regionen der Türkei ihren Urlaub verbringen, unternehmen einen Tagesausflug nach Pamukkale, um die Sinterterrassen zu besuchen. Solche Ausflüge werden von vielen Urlaubsorten der Türkei aus angeboten, zum Beispiel Istanbul, Kappadokien und diversen Badeorten. Auch die Touristen vor Ort besuchen die Sinterterrassen meistens am Tage und verbringen ihre Abende in ihren Hotels. Dadurch verpassen sie einen Anblick, den oftmals nur die Einheimischen zusammen mit ein paar vereinzelten Touristen, die doch noch einmal ihr Hotel verlassen haben, genießen.
In der Dunkelheit erwartet dich ein spektakuläres Bild. Dann leuchten die weißen Kalkablagerungen vom Mond und dem Licht heller Laternen angestrahlt im Dunkeln. Solltest du bei deinem Aufenthalt in der Türkei die Gelegenheit haben, die Sinterterrassen bei Mondschein – am besten bei Vollmond – zu besuchen, lass dir diesen fantastischen Anblick nicht entgehen.

2. Die Reste des antiken Hierapolis – die zweite Attraktion in Pamukkale

Hierapolis, die antike StadtNeben den Sinterterrassen gibt es noch eine zweite Attraktion, die du in Pamukkale besichtigen kannst – die Reste des antiken Hierapolis. Hierapolis war eine römisch-byzantinische Großstadt. Sie wurde seinerzeit zunächst als eine Art Festung erbaut. Später erlangte die Stadt Hierapolis ihren Ruf als Heil- und Thermalstadt.
Die ältesten Bauwerke, die du in den Ruinen bestaunen kannst, sind über 2.200 Jahre alt. Mit am besten erhalten ist der Apollo Tempel. Von diesem stehen noch fast alle Wände sowie die Treppe zu dessen Altar. Von dem Tempel aus hast du einen tollen Ausblick auf das Theater von Hierapolis. Dieses wurde vor etwa 1.900 Jahren erbaut. Es stellte Plätze für 15.000 Besucher zur Verfügung. Um den Eingang des Theaters zu erreichen, musst du den hinter dem Theater liegenden Hügel erklimmen. Unser Tipp: Setzte dich in eine der obersten Reihen in dem Theater. Von dort hast du einen guten Überblick über Hierapolis und die Sinterterrassen.
Weitere Ruinen, die du in dem Gebiet zu sehen bekommst, sind unter anderem die einer Kirche aus der Zeit des byzantinischen Reiches, der Stadtmauern von Erkunde HierapolisHierapolis, des nördlichen Stadttores sowie der Gräber von Hierapolis, den sogenannten Nekropolen. Dazwischen blühen im Frühling überall rote Blumen, die perfekt in das Landschaftsbild passen und dem Ganzen einen Farbklecks verleihen.

3. Nur ein Ticket für Sinterterrassen und Ruinen von Hierapolis

Um die Sinterterrassen und die Ruinen von Hierapolis zu besuchen, musst du nur einmal Eintritt bezahlen. Beide Touristenattraktionen befinden sich auf demselben Gelände und sind durch den gleichen Eingang zu erreichen. Wie auch bei vielen anderen Sehenswürdigkeiten in der Türkei, werden auch dort nur türkische Lira akzeptiert. Bei Tagesausflügen ist das Ticket in der Regel bereits enthalten. Ist dies nicht der Fall oder besuchst du die Sehenswürdigkeiten von Pamukkale auf eigene Faust, solltest du sonst unbedingt ausreichend türkische Lira dabeihaben. Aktuell kostet dich der Eintritt 35 türkische Lira. Das ist umgerechnet um die 6,20 Euro.
Möchtest du auch das dortige Hierapolis Museum besuchen und in dem Kleopatra Pool baden, musst du dafür jeweils noch extra Eintritt bezahlen. Buch' deine Tour im Vorfeld, unter diesem Link findest du viele verschiedene Tickets für unterschiedliche Besichtigungen.

4. Nützliche Informationen für deinen Besuch der Kalkterrassen

Willst du die Sinterterrassen und die Überreste von Hierapolis besuchen, musst du dich zum alten Südtor der Stadt Pamukkale begeben. Dort befindet sich der Eingang für die Besucher. Hast du eine Bustour nach Pamukkale gebucht, wird dein Bus auf dem Parkplatz bei den Ticketschaltern parken. Neben den Ticketschaltern stehen auch weitere Verkaufsstände, an denen unter anderem Eis und Souvenirs angeboten werden. Spätestens dort solltest du dich noch mit etwas Trinkwasser eindecken. Denn auf dem Gelände wirst du eine Weile unterwegs sein. Falls du auf eigene Faust mit dem Auto anreist, parkst du nicht direkt neben den Ticketschaltern sondern ein kleines Stückchen abseits.

5. Weitere landschaftliche Besonderheiten der Türkei

Darüber hinaus hat die Türkei noch viele weitere landschaftliche Besonderheiten zu bieten. Insgesamt sind die Landschaften der Türkei, wie bereits eingangs erwähnt, sehr unterschiedlich – wüstenähnliche Gebiete, Wälder, Berge, Strände und mehr. Wir haben ein paar außergewöhnlich schöne Landschaften für dich herausgepickt und vermuten, dass du das eine oder andere Landschaftsbild so in der Türkei nicht unbedingt erwartet hättest:

Isparta – die „Provence der Türkei“: In Isparta (nördlich von Antalya im nordwestlichen Teil der Mittelmeerregion) beginnt jedes Jahr im Juni die Lavendelblüte. Dann wird die Landschaft dort in ein violettes Meer aus duftendem Lavendel verwandelt. Im Juli ist die volle Blüte erreicht. Ende Juli bzw. Anfang August werden die Lavendelfelder dann wieder abgeerntet, um daraus unter anderem Lavendelöl herzustellen.

Salda See – die „Malediven der Türkei“: Der Salda See in Burdur in der Mittelmeerregion der Türkei erinnert mit seinem strahlend weißen Sandstrand und einem in diversen Türkis- und Blautönen funkelndem Wasser an die Malediven. Deshalb trägt der See auch den Beinamen „Türk maldivler“.

Çamlıhemşin – eine „türkische Alpenregion“: Der Landkreis Çamlıhemşin in der nordöstlichen Provinz Rize erinnert mit seinen Bergen, Seen und Wasserfällen an eine Region in den Alpen.

Kappadokien – das „Märchenland der Türkei“: Wie aus einem Märchen entsprungen wirkt die Landschaft Kappadokiens mitten in Anatolien mit ihren Tuffsteinhöhlen und Feenkaminen. Was dich genau in Kappadokien erwartet, erfährst du hier.

Sinop – das „Norwegen der Türkei“: Die im Norden gelegene türkische Provinz Sinop am Schwarzen Meer weist Ähnlichkeiten mit Norwegen auf. Das gilt insbesondere für die Landschaft rund um den malerischen Hamsilos Fjord.


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